Einen guten Film erkennt man daran, dass man mit seinen Figuren mitfiebert, sie ins Herz schließt, sich sogar mit ihnen identifiziert. Je nach Genre und Stil des Films muss man bei einer guten Geschichte auch bereit sein, im richtigen Moment eine geliebte Figur sterben zu lassen. Der Zuschauer empfindet das oft als Ungerechtigkeit, doch je besser die Figuren gezeichnet sind und je höher die Identifikation mit dem Charakter ist, desto größter ist die Emotionalität beim Verlust.

Viele großartige Beispiele aus der Filmgeschichte haben gezeigt, wie der Tod einer Figur eine Geschichte zu einer unvergesslichen emotionalen Achterbahnfahrt machen kann; sei es nun die Hauptfigur, die am Schluss des Films die irdische Welt verlässt, oder eine Nebenfigur, mit der man unerlässlich mitgefiebert hat.

maxdome hat für euch die 21 emotionalsten Filmtode zusammengestellt. Aber Achtung: Taschentuchalarm! Und Spoileralarm sowieso.

 

Platz 21: Artax

Die unendliche Geschichte (1984)

Wer kennt sie nicht, Michael Endes Unendliche Geschichte. Als Wolfgang Petersen 1984 die Verfilmung des zeitlosen Klassikers vorantrieb, konnte keiner ahnen, wie grandios die Kinoadaption der Erzählung werden würde. Im Mittelpunkt steht der junge Bastian, der wie in einem Märchen in ein Buch gesogen und damit Teil der Geschichte wird. Dabei wird er Zeuge, wie der Indianerjunge Atréju mit seinem geliebten Pferd Artax nach der Kindlichen Kaiserin sucht und  immer gefährlichere Abenteuer bestehen muss. Neben dem Glücksdrachen Fuchur ist Artax Atréjus bester Freund. Umso tragischer ist es, als sein treuer Begleiter in einem morastigen Sumpf sein Leben verliert. Für viele junge Zuschauer gehört das langsame Sterben des Pferdes zu den schlimmsten Filmszenen überhaupt. Dramatischer oder emotionaler könnte es auch gar nicht sein – die verzweifelten Versuche von Atréjus, seinen Freund zu retten, sind vergebens. Artax versinkt im Moor und hinterlässt nichts außer dem Schock, den sein Ableben Atréju, Bastian und den Zuschauern verursacht hat. Das echte Pferd überlebte die Szene, die mit Hilfe einer Hebebühne gedreht wurde, übrigens unbeschadet.

 

Platz 20: Danny Vinyard (Edward Furlong)

American History X (1998)

American History X wirft einen ungeschönten Blick auf Neonazismus und den nie endenden Strudel aus Gewalt und Gegengewalt. Bis zum Schluss stellen wir Zuschauer uns die Frage, ob der im Knast bekehrte Skinhead Derek Vinyard (Edward Norton) wirklich zum guten Menschen geworden ist, und ob er nicht doch noch die Quittung für seine Taten erhält. Schließlich büßt nicht er, sondern sein kleiner Bruder Danny. Ein haarsträubender Showdown in einem der besten Dramen der 90er zeigt Danny Vinyard (Edward Furlong) schließlich als gebrochenes Kind ohne Zukunft; er wird von einem dunkelhäutigen Mitschüler, den er zuvor gepeinigt hat, brutal erschossen. Eine Filmszene und ein Filmende, das in Mark und Bein dringt.

 

Platz 19: Boromir von Gondor (Sean Bean)

Der Herr der Ringe: Die Gefährten (2001)

Der Herr der Ringe ist ein episches Jahrhundert-Meisterwerk. Es erzählt von gewaltigen Schlachten, dem ewigen Kampf zwischen Gut und Böse und der Reise eines jungen Hobbits zum Ende der Welt, um das Schicksal von Mittelerde zu entscheiden. Bei so viel Krieg und Kampf ist der Tod ein unvermeidlicher Begleiter, doch der Tod des Gefährten Boromir (Sean Bean) ist ein schwerer Schlag – nicht nur für die Gefährten, sondern auch für den Zuschauer. Der Sohn Gondors wurde gerade erst geläutert und bekennt sich zu seiner Verführung durch den Ring – da bohren sich auch schon die Pfeile der bösartigen Uruk-Hai Krieger in seine Brust. Gut, dass der edle Aragorn (Viggo Mortensen) dem abtrünnigen Truchsessen-Sohn die Absolution erteilt und ihn auf dem Wasserweg in die Ewigkeit entlässt.

 

Platz 18: Jenny Curran (Robin Wright)

Forrest Gump (1994)

Viel schlimmer, als den Tod einer Figur mit anzusehen, ist es die Reaktion der anderen Figuren mitzuerleben. So inszeniert Robert Zemeckis das Ableben von Jenny (Robin Wright) in seinem Meisterwerk Forrest Gump. Der Zuschauer hat fast zwei Stunden lang zugesehen , wie ein junger Mann namens Forrest Gump (Tom Hanks) die Liebe seines Lebens wiederfinden will und dann ist sie auf einmal da – mit seinem gleichnamigen Sohn. Eigentlich könnte jetzt alles gut werden, denn irgendwie ist in Forrests Leben immer alles irgendwie gut gegangen. Doch seine geliebte Jenny ist krank und sie wird nicht wieder gesund. Als sie stirbt, ist nur Forrests Stimme aus dem Off zu hören, wie er von ihrem Tod berichtet. Und dann sehen wir ihn, wie er am Lieblingsbaum seiner Jenny steht und ihr einen Brief des kleinen Forrests überbringt. Als Tom Hanks alias Forrest Gump dann in Tränen ausbricht und von seiner Liebe zu ihr erzählt, bleibt kein Auge mehr trocken; so schmerzhaft und grausam die Liebe auch sein kann, sie ist wohl das erstrebenswerteste im Leben. Das war sie auch für Forrest Gump, egal was er alles erreicht hatte.

 

Platz 17: Achilles (Brad Pitt)

Troja (2004)

Wolfgang Petersen machte „Troja“ zu einer absolut sehenswerten Monumentalgeschichte, nicht nur dank internationaler Superstars in den Hauptrollen (Brad Pitt, Peter O’Toole, Orlando Bloom, Diane Kruger, Rose Byrne…) sondern auch, indem er gewaltige Schlachten, Intrigen und Gewalt vermischt hat mit der authentischen Darstellung romantischer Beziehungen, intimer Verhältnisse und intelligenter Dialoge. Vor allem die Liebesgeschichte zwischen dem Überkrieger Achilles und der schönen Priesterin Briseis packt den Zuschauer am richtigen Fleck: Seinem Gefühl. Wie traurig ist es da, dass diese intensiven Liebe nur so kurz währt: Beim Fall Trojas wird Achilles in einem unachtsamen Moment von Briseis‘ Cousin Paris erschossen, der in Achilles den Mörder seines Bruders sieht. Achilles stirbt in den Armen seiner Geliebten, und wird dabei vom gottgleichen Krieger zum verwundbaren Menschen.

 

Platz 16: Harry Stamper (Bruce Willis)

Armageddon – Das jüngste Gericht (1998)

Bruce Willis als Ölbohrexperte Harry Stamper muss ins All fliegen und einen Asteroiden in die Luft jagen, damit der nicht auf der Erdoberfläche einschlägt und die Menschheit vernichtet. Zu seinem Team gehören der Freund seine Tochter, A.J. (Ben Affleck) und ein paar wagemutige Männer, die sich ihm anschließen. Während auf der Erde Harrys schöne Tochter Grace (Liv Tyler) auf die Rückkehr ihres Dads und ihres geliebten A.J.s wartet, müssen die Männer eine schwere Entscheidung treffen: Jemand muss den nuklearen Sprengsatz auf dem Asteroiden manuell auslösen – und dabei sterben. Eigentlich sollte A.J. sich opfern, doch nachdem Harry erkannt hat, wie viel er seiner Tochter bedeutet, und dass er sein Leben ja eigentlich schon gelebt hat, opfert er sich an der Stelle seines Schwiegersohnes, während Grace von der Erde aus alles mitverfolgt. Ein dramatischer Abschied von einer sympathischen Figur, die letzten Endes für die Dramatik eines Michael-Bay-Films in die Luft gejagt wird – Wirkung hat das ganze natürlich schon.

 

Platz 15: Deutsche Schäferhündin Samantha

I am Legend (2007)

Keiner weiß so recht warum, aber irgendwie sind es immer die liebenswerten Haustiere, die in Horrorfilmen als erste mit dem Leben bezahlen müssen. So hat man als Zuschauer auch bei I am Legend die Vorahnung, als man realisiert, dass die Hauptfigur (Will Smith) und seine Hündin Samantha wohl die letzten verbliebenen nicht mutierten Lebewesen in New York City zu sein scheinen. Auf der Suche nach anderen Überlebenden und in ständiger Angst kämpfen sich die beiden durch die verwahrloste Stadt und begegnen immer öfter den lichtscheuen, aggressiven Infizierten. Leider haben die mittlerweile eine Art Intelligenz entwickelt und stellen dem smarten Virologen eine Falle, die seiner Hündin das Leben kostet. Er kann Samantha zwar noch aus den Fängen der Mutanten befreien, doch zuhause in der abgesicherten Wohnung spürt er, wie sie sich zu verwandeln beginnt. Er erlöst seine geliebte Begleiterin von ihrem bevorstehenden Leid und bricht mit ihrem toten Körper in den Armen zusammen. Eine hoch emotionale Szene, die durch das Wissen verstärkt wird, dass die Hauptfigur nun ganz alleine ist und seine treue Freundin in eine Falle tappte, die für ihn gedacht war.

 

Platz 14: Vesper Lynd (Eva Green)

Casino Royale (2006)

Casino Royale ist ein spannungsgeladener Agentenfilm mit authentischen Charakteren und vielen Wendungen. Eine davon ist Bonds (Daniel Craig) Liaison mit der schönen Vesper Lynd (Eva Green), einer Doppelagentin, in die sich der MI6-Agent verliebt. Doch den beiden ist keine ernsthafte Beziehung vergönnt, denn Vesper hat noch Schulden zu begleichen und Bond muss schmerzhaft lernen, dass er nicht der einzige ist, der an seinen Prinzipien festhält. Als es zum Showdown in Venedig kommt, wird Vesper Lynd, eingeschlossen in einen Fahrstuhl, beim Untergang eines Hauses in die Tiefe gezogen. In einer rasanten und sehr emotionalen Szene versucht Bond Vesper durch die Gitterstäbe des Fahrstuhls zu erreichen, doch er braucht zu lange – als er sie schließlich an die Oberfläche bringt und zu reanimieren versucht, ist es bereits vergeblich: Vesper ist tot und Bond bricht über ihr zusammen. 007 als sensible und zu Gefühlen fähige Figur zu sehen, ist eine große Abwechslung und macht den Tod des ersten Bondgirls der neuen Reihe zu etwas sehr Besonderem und Intimem. Bonds Versuche seine große Liebe zurückzuholen und ihn dabei scheitern zu sehen macht das Ganze noch dramatischer – und noch schonungsloser.

 

Platz 13: Captain Danny Walker (Josh Hartnett)

Pearl Harbour (2001)

Als die Japaner schließlich im Jahr 1941 im gleichnamigen Film den US-Stützpunkt Pearl Harbor angreifen, haben wir schon über anderthalb Stunden lang gesehen, wie eine Krankenschwester (Kate Beckinsale) sich in einen Kampfpiloten (Ben Affleck) verliebt, der jedoch scheinbar in Ostasien bei einem Luftangriff ums Leben kommt und sie daher mit seinem besten Freund (Josh Hartnett) zusammenkommt. So weit, so kitschig. Doch dann kommt der vermeintlich tote Pilot zurück und erfährt von der Beziehung der beiden. Bevor er etwas Unkluges tun kann, greifen die Japaner die Marine-Basis vor Hawaii an und Danny (der beste Freund) und Rafe (der vermeintlich Tote) fliegen nach Japan. Während die schwangere Evelyn auf Pearl Harbor um das Leben der schwer verletzten Soldaten kämpft, wird Danny in Japan tödlich verwundet. Eine ergreifende Szene zeigt, wie der junge Mann stirbt und wie er seinen besten Freund bittet, auf seine Frau und sein ungeborenes Kind aufzupassen. Viel emotionaler und dramatischer wird es noch, als Rafe mit dem gefallenen Captain Danny Walker in einem Sarg aus Japan zurückkehrt und der am Boden zerstörten Witwe sein Beileid bekunden muss. Nun, Pearl Harbor mag kein Meisterwerk sein und gehört sicher zu den schlechteren Michael-Bay-Filmen, doch Dannys Abgang ist sehr gut gemacht und trifft den Zuschauer da, wo es wehtut: Am Herzen.

 

Platz 12: Gwen Stacey (Emma Stone)

The Amazing Spiderman 2 – Rise of Electro (2014)

Peter Parker (Andrew Garfield) hat schon seine Eltern verloren, seinen Onkel Ben und ist dabei, zunehmend sich selbst zu verlieren. Spiderman kann es sich nicht mehr erlauben, Freunde zu haben oder jemanden an sich heranzulassen. Doch die schöne, kluge und witzige Gwen Stacy lässt Peter Parker nicht los – was ihr zum Verhängnis wird. Comic-Fans haben es schon geahnt, doch für alle anderen kam der gewaltsame Tod der jungen Gwen Stacy (Emma Stone) im zweiten Teil der Amazing-Spiderman-Reihe völlig unerwartet: Kurz nachdem Electro (Jamie Foxx, Django Unchained) besiegt wurde, lässt der Green Goblin (Dane DeHaan, Chronicle – Zu was bist du fähig?) Gwen im Inneren eine Turms mitsamt Blech und Schutt Richtung Boden stürzen. Peter schafft es, ihr ein Seil hinterherzujagen, das seine große Liebe auffängt. Nur leider prallt sie auf dem Boden auf, bevor sie ganz im Netz hängt und stirbt in Peters Armen.

 

Platz 11: Ellie

Oben (2009)

Pixar schafft es in 10 Minuten eine mitreißendere Liebesgeschichte zu erzählen, als Twilight es in 5 Filmen hinbekommen hat. Dabei ist die Geschichte von Ellie und Carl Fredericksen genauso tragisch wie herzerwärmend: Die beiden träumen schon als Kinder von den Paradiesfällen in Südamerika, doch bevor Carl seiner geliebten Frau von den Tickets nach Venezuela erzählen kann, stirbt diese in hohem Alter. Diese Ausgangssituation bildet das Grundgerüst für den zehnten Animationsfilm aus dem Hause Pixar und beschert dem Studio einen weltweiten Kassen- und Kritikererfolg. Die Eingangssequenz mit Carls und Ellies Liebesgeschichte und ihrem würdevollem Tod ist ein bemerkenswertes Stück Filmkunst, brillant unterlegt von dem oscarprämierten Soundtrack von Michael Giacchino.

 

Platz 10: Mufasa

Der König der Löwen (1994)

Simbas Geschichte wäre sicher anders verlaufen, hätte sein Onkel Scar nicht ihn und seine Familie verraten und den jungen Thronfolger ins Exil geschickt. Doch der Tod seines geliebten Vaters, König Mufasa, hat Simba zur rechten Zeit gelehrt, dass alles einem Kreislauf des Lebens unterworfen ist und er in sein Königreich zurückkehren muss, um sein Erbe anzutreten. So traurig Mufasas Ableben in der Büffelschlucht auch war, so großartig ist die Geschichte des Königs der Löwen. Ein zeitloser Klassiker, der mit dem Tod des geliebten Königs diesen Zeichentrickfilm auf eine ganz andere Ebene hob.

 

Platz 9: W. P. Inman (Jude Law)

Unterwegs nach Cold Mountain (2003)

Bei der Oscarverleihung 2004 musste Unterwegs nach Cold Mountain gegen Peter Jacksons Fantasyepos Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs antreten und verbuchte daher bei sieben Nominierungen nur eine Auszeichnung; für Renée Zellweger als Beste Nebendarstellerin. Das Bürgerkriegsdrama erzählt eine emotionale Liebesgeschichte zwischen dem Soldaten Inman (Jude Law) und der schönen Pfarrerstochter Ada (Nicole Kidman). Die Wirren der Zeit bringen die beiden immer wieder auseinander, sie begegnen guten wie bösen Menschen und müssen sich mehr als einmal dem Tod stellen, bevor sie sich letzten Endes wiederfinden. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den Liebenden; bevor sie sich ein Leben in trauter Zweisamkeit auch nur vorstellen können, opfert Inman sich, um seine geliebte Ada zu retten. Er stirbt in ihren Armen und macht einen außergewöhnlichen Film zu einer großartigen Parabel.

 

Platz 8: Guido Orefice (Roberto Benigni)

Das Leben ist schön (1997)

Das Leben ist schön ist eine Tragikomödie, die den Holocaust thematisiert. Klingt unwahrscheinlich und grotesk, aber der italienische Filmemacher Roberto Benigni hat einen zeitlosen, herzzerreißenden Klassiker geschaffen und sich dem Thema auf eine liebevolle und ungeschönte Art genähert: Aus den Augen eines liebenden Vaters. Und das Herz ist uns zersprungen, als trotz allen Hoffens und Bangens das Unvermeidliche eintritt: Die Farce des jüdischen Guido, der seinem Sohn vorgemacht hat, die Deportation ins KZ sei ein Spiel, hat seinem Sohn zwar das Leben gerettet – doch er selbst wird schlussendlich erschossen. Und obwohl wir Zuschauer nicht sehen, wie das geschieht, so wissen wir doch, was Guido zugestoßen ist, und dass er nie wieder mit seinem Jungen spielen wird. Diese Szene bringt jeden Zuschauer an die Schmerzgrenze und jeder, der gedacht hat, ein komödiantisches Drama würde gut ausgehen, der war in dem Moment wohl bitter enttäuscht. Doch Guido hat sein Ziel erreicht: Sein Sohn ist gerettet und sein Spiel hat somit funktioniert.

 

Platz 7: William Wallace (Mel Gibson)

Braveheart (1995)

Mel Gibsons Meisterwerk aus dem Jahre 1995 erzählt die epochale und monumentale Lebensgeschichte des schottischen Freiheitskämpfers William Wallace. Gibson, der Regie führte, schlüpft auch in die Hauptrolle und präsentiert einen ambivalenten, starken und zugleich sehr menschlichen Rebellenführer, der sich gegen ein System von Unterwerfung, Machtmissbrauch und Versklavung auflehnt. Nach etlichen Kämpfen für die Freiheit, eingegangenen Bündnissen und vielen Leben, die für Wallaces Freiheitskampf geopfert wurden, landet er selbst auf dem Schafott. Doch er bleibt ungebrochen: Weder winselt er um Gnade, noch kennt er Eduard als König an. Er stirbt, wie er gelebt hat: ungebeugt und ungezähmt. Die emotionale Todesszene der Hauptfigur ist ein großartiger Abschluss eines großartigen Films und wird durch das Wissen des Zuschauers, dass die schöne Prinzessin Isabelle (Sophie Marceau) von Wallace schwanger ist und seinen Tod mit ansehen muss, zu einem emotionalen Abschied.

 

Platz 6: Augustus Waters (Ansel Elgort)

Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014)

Das Leben ist einfach nicht fair, das wissen Hazel Grace Lancaster (Shailene Woodley) und Augustus Waters (Ansel Elgort) nur zu gut. Die beiden an Krebs erkrankten Jugendlichen verlieben sich in einer Selbsthilfegruppe ineinander und erleben zusammen eine wunderschöne, unvergessliche und viel zu kurze kleine Ewigkeit. Denn wenn tödliche Krankheiten im Spiel sind, bleibt der Tod meist nicht fern. Als klar wird, dass Augustus Waters nicht viel Zeit bleibt, organisiert er eine Reise nach Amsterdam sowie eine Art Vor-Begräbnis und lässt sich von Hazel Grace ihre Grabrede für seine Beerdigung vorlesen. Das Schicksal ist ein mieser Verräter ist ein herrlicher Film, der an die Substanz geht, mit so viel Wärme, Tiefsinn und Humor, dass man nach dem Abspann immer noch nicht glauben kann, dass Augutus Waters wirklich einfach so gegangen ist. Fort, wie es im Leben eben ist: Man kommt wie man lebt, nicht mit Pauken und Trompeten, sondern leise, von einigen wenigen innig geliebt und schwer zu vergessen.

 

Platz 5: Captain John Miller (Tom Hanks)

Der Soldat James Ryan (1998)

Eine von Tom Hanks bemerkenswertesten Rollen ist die des Captain John Millers in Steven Spielbergs preisgekröntem Kriegsfilm Der Soldat James Ryan. Der Film zeigt einen Trupp Soldaten im Zweiten Weltkrieg unter Millers Führung, die den jungen Private Ryan (Matt Damon) suchen und ihn zu seiner Mutter nach Hause bringen sollen. Dabei entwickelt sich Miller vom strengen Truppenführer zur besonnenen Vaterfigur. Als er schließlich im Kampf sein Leben verliert, bittet er den gefundenen Private Ryan darum, etwas aus seinem Leben zu machen – ein sehr emotionaler und vor allem grandios bebilderter Abgang eines großartigen Filmcharakters.

 

Platz 4: John Coffey (Michael Clarke Duncan)

The Green Mile (1999)

Die Verfilmung von Stephen Kings Erfolgsroman zeigt das Leben im Todestrakt eines Staatsgefängnisses Cold Mountain, erzählt von dem leitenden Wärter Paul (Tom Hanks), der einen Mann in seinem Todestrakt nicht mehr vergessen kann: John Coffey (Michael Clarke Duncan), einen etwas simplen, aber sehr aufrichtigen Mann, der wegen Doppelmordes zum Tode verurteilt wurde. Dieser Mann hat außergewöhnliche und übersinnliche Gaben, die er nutzt, um Gutes zu tun. Er bestraft die Bösen und hilft den Guten und schon bald merkt Paul, dass Gott niemals einen Mörder mit so einer Gabe ausgestattet hätte. Er will dem unschuldigen Mann helfen, doch seine Hinrichtung scheint unausweichlich. John Coffey findet sich mit seinem Schicksal ab. Er hat nur einen Wunsch: Paul soll das Licht anlassen, auch bei der Hinrichtung, und John daher keinen Sack über den Kopf ziehen. Obwohl man als Zuschauer die ganze Zeit hofft, dass Paul und seine Wärterfreunde es noch schaffen, John Coffey vor dem Tod zu retten, stirbt er auf dem elektrischen Stuhl, doch er geht friedlich: Ohne Sack über dem Kopf und im Wissen, Gutes getan zu haben. Frank Darabont hat einen sensiblen und sehr atmosphärischen Film inszeniert, der mit dem Tod des liebenswürdigen John einen würdevollen und zugleich sehr traurigen Abschluss bekommt.

 

Platz 3: Dobby, der freie Hauself

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1

Fans der Buchreihe wussten schon, was auf sie zukam, als Dobby, der Hauself, in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1 nach langer Abwesenheit wieder eingeführt wurde. Für die reinen Film-Fans muss es ein Schock gewesen sein, was dann auf sie zu kam: Dobby, der Hauself rettete Harry und seine Freunde aus den Fängen der Todesser und somit aus Voldemorts, doch als er die Gruppe rund um Harry aus dem Anwesen der fiesen Malfoys teleportiert, schafft es die mörderisch Bellatrix noch, einen Dolch zu werfen. Der Dolch durchbohrt die Brust des Elfen und er stirbt an einem wunderschönen Strand in Harrys Armen. Was im Buch schon zu den ergreifendsten und markantesten Toden der Reihe gehörte (was beachtlich ist, da Rowling sehr viele Charaktere das Zeitliche segnen ließ) war im Film dank der putzigen Aufmachung des kleinen Elfen noch weniger zu ertragen.

 

Platz 2: Jack Dawson (Leonardo diCaprio)

Titanic (1998)

Jack Dawsons Dahinscheiden ist ein Klassiker unter den Filmtoden. Wer kennt sie nicht, die Geschichte des jungen Jack (Leonardo diCaprio) und der wunderschönen Rose (Kate Winslet), die sich auf der Jungfernfahrt der Titanic ineinander verlieben und ein gemeinsames Leben führen wollen, trotz der widrigen Umstände und der gewaltigen gesellschaftlichen Kluft, die zwischen ihnen liegt. Die Liebesgeschichte der beiden wäre nicht so intensiv, so echt und so schmerzhaft schön mit anzusehen, wenn sie miteinander von Bord gehen könnten und ihr Leben verbringen würden. Natürlich muss der abenteuerliche, ungezwungene Jack sterben, und natürlich muss seine Rose es mit ansehen. Doch die junge Frau zerbricht nicht am Tod ihrer großen Liebe, sondern wächst mit dem Verlust und weiß ganz genau: Eines Tages wird sie ihn wiedersehen.

 

Platz 1: Maximus (Russell Crowe)

Der Gladiator (2000)

Ridley Scotts Monumental-Meisterwerk hat Hauptdarsteller Russell Crowe zum absoluten Mega-Star gemacht und ist ein Meilenstein des Kostümfilms. Komponist Hans Zimmer hat auch seinen Teil dazu beigetragen, denn dank seiner grandiosen Musik, die uns sofort ins Rom der Antike zurückversetzt, wird der Abschied von Gladiator Maximus besonders schwer. Obwohl sein Tod die Erlösung seiner Leiden und die Vereinigung mit seiner tragisch verlorenen Familie bedeutet, ist er für den Zuschauer schwer zu ertragen: Ein so kitschiges Ende so kitschfrei zu inszenieren schafft nur Altmeister Ridley Scott. Wenn Maximus über die römischen Felder schreitet, die Hanfgräser und Weizensporen an den Fingerspitzen und ein Lächeln im Gesicht, weil er endlich zu Frau und Sohn heimgekehrt, dann kann kein Auge trocken bleiben.

 

Welcher Filmtod hat Euch am tiefsten getroffen oder am meisten schockiert? Schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare!

 

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