David Lynch – der Meister des surrealistischen Films – wird heute sagenhafte 70 Jahre alt. Am 20. Januar 1946 wurde der Ausnahmeregisseur David Keith Lynch in Missoula, Montana geboren. Aufgrund der Arbeit seines Vaters führte die Familie ein Wanderleben bis sie sich in Alexandria, Virginia endgültig niederließ. Damals war Lynch 14 Jahre alt und entdeckte seine Leidenschaft für die Malerei. 1964 begann er sein Studium an der privaten Kunsthochschule School of the Museum of Fine Arts in Boston, brach dies jedoch wegen mangelnder Inspiration nach einem Jahr ab. Von da an verfolgte ihn Rastlosigkeit und er reiste vom zu sauberen Salzburg nach Paris und anschließend mit dem Orient Express nach Athen. Am Ende zog es ihn doch in die USA zurück.

Zweiter Anlauf für die Malerei

1966 unternahm David Lynch einen zweiten Versuch und besuchte die Pennsylvania Academy of Fine Arts in Philadelphia. Zwei Jahre hielt er es diesmal an der Akademie aus. 1967 heiratete er dann Margaret (Peggy) Reavey und ein Jahr später wurde seine erste Tochter Jennifer Lynch geboren. Zu dieser Zeit wurde ihm bewusst, was ihm in der Malerei fehlt: Bewegung und Ton.

Erste Filmversuche mit Erfolg

Daraufhin produzierte Lynch seinen ersten „Kurzfilm“: ein animiertes Gemälde namens Six Men Getting Sick (1967), für das er seinen ersten Preis gewann. Es folgte der vierminütige Kurzfilm The Alphabet (1968), in dem seine Frau die Hauptrolle spielte. Bereits in seinen Kurzfilmen zeigt sich die Handschrift Lynchs: Das Alptraumhaftige und Surrealistische nehmen zentrale Rollen ein. Anschließend erhielt er ein Stipendium am American Film Institute (AFI) und begann sein Drehbuch The Grandmother (1970) umzusetzen. Ganze 34 Minuten ist der Film lang und wurde auf den Filmfestivals in Atlanta und San Francisco sowie den Oberhausener Kurzfilmtagen vorgeführt.

Die Geburt eines außergewöhnlichen Filmemachers

Nach seinen ersten Versuchen im Film begann er sein Studium am Center for Advanced Filmstudies des AFI in L.A. Endlich seine Leidenschaft gefunden, blühte Lynch besonders in der Praxis auf und begeisterte sich zunehmend für die Filmanalyse. 1972 begannen schließlich die Dreharbeiten zu Eraserhead. Lynch holte sich den Sounddesigner Alan Splet, Produktionsleiterin Doreen G. Small und Kameramann Herbert Cardwell mit ins Bot. Für Musik, Szenenbild und Schnitt war Lynch selbst zuständig. Der Dreh erwies sich jedoch als zäh. Erst 1977 wurde Eraserhead in einer 108-minütigen und nicht wie geplant in einer 42-minütigen Fassung uraufgeführt. Anfangs weniger gefeiert, gilt er heute als Kultfilm und bedeutet für Lynch den künstlerischen Durchbruch. Eraserhead steht dabei in der Tradition des europäischen Autorenkinos und des Surrealismus und Expressionismus. Ein Filmemacher der besonderen Art wurde geboren.

Wilkommen in Lynchville

Seine Leidenschaft für die Malerei beeinflusst auch seine Filmkunst stark. Zudem bezieht er seine Inspiration von Vorbildern wie Werner Herzog (Woyzeck), Stanley Kubrick (The Shining) und Alfred Hitchcock, aber auch durch die Lektüre von Franz Kafka. In Lynchs Filmuniversum werden verschiedene Genres miteinander verbunden: Surrealismus, Thriller, Horrorfilm und der film noir. So kombiniert Lynch alptraumhafte, surrealistische Bilder mit bedrohlich, mysteriösem Sounddesign und die immer wiederkehrenden Motive Alpträume, fremde Welten und Metamorphosen des Unterbewusstseins begleiten sein Werk. Dabei verschwimmen Wirklichkeit und Traum häufig miteinander, sodass man nicht sagen kann, wo genau man sich befindet.

David Lynchs beste Werke auf maxdome

Dune – Der Wüstenplanet (1984)

10191 entbrennt ein gigantischer Machtkampf um die Vorherrschaft über das Galaktische Imperium der Menschheit. Der kosmische Imperator Shaddam IV. (José Ferrer) schickt den Fürst Leto (Jürgen Prochnow) auf den unwirtlichen Wüstenplaneten Arrakis. Dort wohnen monströse Sandwürmer, die eine mentale Droge – das „Spice“ – produzieren. Doch Letos Sohn Paul (Kyle MacLachlan) wird mit Hilfe der Droge zum Erlöser und Befreier der unterdrückten Wüstenplaneten-Bewohner im Kampf gegen Shaddams Truppen.

 

 

Twin Peaks – Der Film (1992)

Nach dem Mord an der jungen Teresa Banks kommt FBI-Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) in den idyllischen Ort Twin Peaks. Hier lebt auch die hübsche Schülerin Laura Palmer (Sheryl Lee) – nach außen hin ein ganz normales Mädchen. Doch Laura leidet unter furchtbaren Albträumen und führt ein Doppelleben mit Drogen und sexuellen Ausschweifungen. Seit fünf Jahren wird sie nachts von dem Hünen Bob (Frank Silva) heimgesucht und missbraucht. Doch wer verbirgt sich in Wahrheit hinter dem mysteriösen Bob?

 

 

Lost Highway (1997)

Zerfressen von Eifersucht verdächtigt Fred (Bill Pullman) seine Frau Renee (Patricia Arquette), ihn zu betrügen und wird plötzlich unter dem Verdacht verhaftet, sie auf bestialische Weise ermordet zu haben. In der Todeszelle erwartet er seine Hinrichtung. Doch eines Nachts ereignet sich eine fantastische Transformation: Fred verwandelt sich in Pete (Balthazar Getty). Die Polizei muss den offensichtlich Unschuldigen auf freien Fuß setzen…

 

 

 

The Straight Story (1999)

Der für seinen Eigensinn bekannte Alvin Straight (Richard Farnsworth) hat sich in den Kopf gesetzt, seinen erkrankten Bruder Lyle (Harry Dean Stanton), mit dem er seit zehn Jahren zerstritten ist, wiederzusehen, um sich endlich mit ihm auszusprechen. Da er kein Auto mehr fahren kann, beschließt er, den langen Weg von Iowa nach Wisconsin auf einer Rasenmähermaschine anzutreten. Auf seiner sechswöchigen Reise begegnen dem verschrobenen Alten ganz normale Menschen aber auch komische Typen…

 

 

Mulholland Drive (2001)

Nach einem Unfall irrt eine geheimnisvolle junge Frau, die ihr Gedächtnis verloren hat, durch das nächtliche Hollywood. Sie findet Unterschlupf im Apartment der jungen Schauspielerin Betty (Naomi Watts). Diese will eigentlich in Hollywood Karriere machen, erklärt sich aber bereit, der verstörten Schönheit bei der Suche nach ihrem düsteren Geheimnis zu helfen. Eine irrwitzige Fahrt voller emotionaler Intensität und eine Story, die sich immer tiefer und spannender ins Mysteriöse zubewegen, beginnen…

 

 

Inland Empire (2006)

Nikki Grace (Laura Dern), eine einst gefeierte Schauspielerin, wird für die Hauptrolle im neuen Film von Regisseur Kingsley Stewart (Jeremy Irons) engagiert. Kurz vor dem Dreh erfahren Nikki und ihr Ko-Star Devon (Justin Theroux), dass der Film ein Remake ist. Er wurde vor einigen Jahren schon einmal gedreht, aber nie fertiggestellt, weil die Hauptdarsteller vor dem Ende der Dreharbeiten ums Leben kamen. Bald schon beginnen für Nikki, Fiktion und Realität miteinander zu verschmelzen…

 

 

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