Carey Mulligan mit einem Satz zu beschreiben ist einfach: Sie weiß, was sie will. Diese feste Entschlossenheit hat sie schnurstracks in die erste Liga Hollywoods befördert. In ihrem neuesten Film Suffragette spielt sie die Hauptrolle neben Größen wie Meryl Streep und Helena Bonham Carter, die genauso begeistert von Carey sind wie wir: “Ich bewundere dein Talent… Das tue ich wirklich. Ich bewundere auch deine Stimme, die klingt wie warmes Karamell, das über die englische Sprache übergossen wird“ (Meryl Streep). Doch wer ist die talentierte Schauspielerin mit der warmen Stimme?

„Je weniger die Leute über mich wissen, umso besser ist es.“

Viel ist nicht von Carey Mulligan bekannt. So zielstrebig sie ihre Rollen aussucht, so entschlossen ist sie auch, ihre Privatsphäre für sich zu behalten. Ihre Lieblingsantwort auf private Fragen: „No comment“. Also, was wissen wir? Carey wurde am 28. Mai 1985 in London geboren und hat zwischendurch für fünf Jahre in Deutschland gelebt. Ob sie noch deutsch sprechen kann? Eher nicht. Inzwischen ist sie glücklich mit Mumford & Sons-Sänger Marcus Mumford liiert und hat eine kleine Tochter. Die kleine Familie lebt etwas abgeschieden auf einer Farm. Was viele munkeln, aber noch nicht bestätigt wurde: In ihrer Kindheit waren Carey und Marcus Brieffreunde. Als sie dann beide berühmt wurden, trafen sie sich wieder und aus Freundschaft wurde Liebe. Eine Liebesgeschichte, die Hollywood nicht besser hätte schreiben können.

Hartnäckigkeit macht sich bezahlt

Doch wie kam die 30-jährige auf die große Leinwand? Die kleine Carey sah ihren Bruder in einer Schulaufführung auftreten und war begeistert. Von da an gab es nur noch ein Ziel: die Schauspielerei! Ihre erste Kinorolle ergatterte Carey wie ihren Ehemann: durch einen Brief. Als Schauspieler und Drehbuchautor Julian Fellowes an ihrer Schule war, sah Carey ihre Chance. Zu ihrer Verwunderung riet der Downton Abbey-Autor der jungen Schülerin allerdings davon ab, Schauspielerin zu werden. Vom Ehrgeiz gepackt, schrieb Carey Mulligan kurz darauf einen leidenschaftlichen Brief an Julian. Die Konsequenz daraus war eine Rolle im Film Stolz und Vorurteil neben Keira Knightley und der Anfang einer ganz großen Karriere.

Das Möwen-Tattoo

Im Gegensatz zu vielen ihrer Kolleginnen gab sich Carey auch am Anfang nicht mit der nächstbesten Rolle zufrieden. Schon früh erhielt sie von ihrer Managerin einen prägenden Tipp. Sie soll nur Rollen spielen, von denen sie nicht ertragen kann, wenn jemand anderes außer sie sie verkörpert. Gesagt, getan. Es folgten nicht nur Parts in Serien wie Doctor Who und am Theater, sondern auch ihr erstes Tattoo. Ihr erstes Treffen mit Shame-Regisseur Steve McQueen verlief anfangs gar nicht gut. Die Rolle der Sissy hatte Carey jedoch so sehr in den Bann gezogen, dass sie Steve von ihrer besten Rolle ihres Lebens – die der Nina im Theaterstück Die Möwe – erzählte. Sie ging so weit zu sagen, dass sie sich tätowieren lassen möchte, um die Erinnerung für ewig zu behalten. Steves Antwort: „Du bekommst das Tattoo, du bekommst den Job.“ Seitdem ziert Careys Handgelenk eine kleine Möwe.

Der neueste Film mit Carey Mulligan ab dem 04. Februar im Kino

Suffragette – Taten statt Worte

Als Frauen noch kein Wahlrecht hatten und ihre einzige Identität die der Ehefrau und Mutter war, erhob sich eine Gruppe von Frauen und verlangte nach einer Stimme. Auch Maud Watts (Carey Mulligan) kennt kein anderes Leben. Eines Tages ist sie zufällig mitten in einem Aufstand der Suffragetten – der damalige Begriff der Frauenrechtlerinnen – und hört kurz darauf eine Rede der Anführerin Emmeline Pankhurst (Meryl Streep). Entschlossen etwas zu bewegen, riskiert sie schon bald ihr Leben.

Der Film ist von wahren Begebenheiten Anfang des 20. Jahrhunderts in England inspiriert. Im Gegensatz zur von Carey Mulligan gespielten fiktiven Hauptfigur Maud Watts existierte Emmeline Pankhurst tatsächlich und war eine der wichtigsten Mitstreiterinnen der weltweiten Frauenrechtsbewegung. Der Trailer verspricht eine intensive und emotionale Verfilmung. Ein Spruch von Maud Watts, nachdem sie gefangen genommen wird, geht besonders unter die Haut: „Was wollen Sie denn tun? Uns alle einsperren? Wir sind in jedem Haus. Wir sind die Hälfte der Menschheit. Sie können uns nicht aufhalten.“

Die besten Filme mit Carey Mulligan

Stolz und Vorurteil (2005)

„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle, der ein beachtliches Vermögen besitzt, zu seinem Glück nur noch einer Frau bedarf.“ Der erste Satz von Jane Austens Roman Stolz und Vorurteil ist einer der bekanntesten ersten Sätze in der Literatur. Elizabeth Bennet (Keira Knightley) ist der festen Überzeugung, nie zu heiraten, es sei denn der wahren Liebe wegen. Auch der reiche und stolze Mr. Darcy (Matthew MacFadyen, Ripper Street) vermag es anfangs nicht, sie umzustimmen. Ganz im Gegenteil macht er es sogar noch schlimmer. Bis Elizabeth ihre Vorurteile ablegt.

Regisseur Joe Wright gelingt es die Geschichte um Elizabeth Bennet und Mr. Darcy künstlerisch in wundervolle Bilder einzubetten und mit kleinen aber wertvollen Details zu spielen. Hinzu kommt der wundervolle Soundtrack. Für alle, die den Film genauso toll finden wie ich oder auch nur gute Zombie-Filme mögen, kommt demnächst ein weiteres Must-See in die Kinos: die Satire Stolz und Vorurteil und Zombies.

 

Shame (2011)

Sex, Pornografie, Masturbation. Mit Bekannten, Fremden oder Prostituierten. Das ist das Leben von Geschäftsmann Brandon (Michael Fassbender). Von seiner Sexsucht getrieben, lebt er ein Dasein, für das er nichts anderes als Scham empfindet. Als seine Schwester Sissy (Carey Mulligan) ihn besuchen kommt, muss er sich zudem verstellen, um sein wahres Ich vor ihr zu verbergen. Die selbst labile junge Frau weiß bisher noch nichts von den Trieben ihres Bruders und so soll es auch bleiben.

Sexsucht ist kein Thema, das einfach zu erzählen ist. Steve McQueen schafft es aber mit den Schauspielern Michael Fassbender und Carey Mulligan gleichzeitig eine gewisse Distanz aber auch eine unglaubliche Intensität darzustellen. Dabei scheut er sich nicht vor expliziten Bildern und unangenehmen Themen.

 

An Education (2010)

England in den 60er Jahren: Schulmädchen Jenny (Carey Mulligan) wächst wohlbehütet inmitten von Langweile und festen Regeln auf. Da kommt ihr die Abwechslung in Form des viel älteren Charmeur David (Peter Sarsgaard) nur gelegen. Er führt Jenny in die High Society ein, fördert sie kulturell und wird auf einer Reise nach Paris ihre erste Liebe.

An Education ist ein etwas anderer Film über das Erwachsenwerden. Wenn man denkt, man kennt das Ende, weiß er nochmal gekonnt zu überraschen. Die Rolle des Mädchens, das zu schnell erwachsen sein möchte, brachte Carey Mulligan zudem ihre erste Oscar-Nominierung ein.

 

Drive (2011)

Am Tag ein Fahrzeugmechaniker, bei Nacht Fluchtfahrzeug-Fahrer bei Raubüberfällen. Driver (Ryan Gosling) ist ein typischer Einzelgänger. Nur seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) weckt in ihm eine Art Beschützerinstinkt. Als Irenes Mann (Oscar Isaac) aus dem Gefängnis entlassen wird und mit sich eine Spirale von Gewalt bringt, schaltet Driver sich ein. Schnell wird aus einem einfachen Raubüberfall jedoch ein Blutbad und Driver sieht sich gezwungen alles zu riskieren.

Drive ist einer der coolsten Filme der letzten Jahre. Der Film lässt sich als eine Art Retro Film Noir beschreiben. Sehr atmosphärisch in Bildern und Musik fesselt er trotz wenig Action und vielen ruhigen Momenten den Zuschauer auf seinen Platz. Nicolas Winding Refn hat sich mit Drive und Only God Forgives einen unverwechselbaren Stil gesichert, mit dem er auf ewig in Verbindung gebracht werden wird.

 

Inside Llewyn Davis (2013)

Llewyn Davis (Oscar Isaac) ist introvertierter Kneipen-Musiker, der es nicht schafft mit seiner Kunst über die Runden kommt. Auch die Freundschaft zu seinen Freuden Jean (Carey Mulligan) und Jim (Justin Timberlake) steht auf wackeligen Füßen. Entschlossen mit seiner Platte „Inside Llewyn Davis“ groß rauszukommen, zieht es ihn nach Chicago. Ob er sein Glück trotz vielen Rückschlägen und Kritik dort finden kann?

Man könnte meinen, dass Carey gefallen am Singen gefunden hätte. Zum zweiten Mal nach Shame zieht es sie ans Mikrofon. Und ihre Stimme kann sich neben Größen wie Justin Timberlake hören lassen. Ein ganz besonderes Schmankerl: Alle Songs im Film wurden von den Schauspielern live gesungen.

 

Der große Gatsby (2013)

„Gatsby? Welcher Gatsby?“ – Neben dem neuen Heim von Schriftsteller Nick (Tobey Maguire) wohnt der reiche und geheimnisvolle Gatsby (Leonardo DiCaprio), dessen Art und mystische Vergangenheit den jungen Schriftsteller faszinieren. Durch seine Verwandschaft zur gegenüber wohnenden Daisy (Carey Mulligan) entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern, die letztlich tragisch endet.

Moulin Rouge-Regisseur Baz Luhrmann gelingt es durch stilistische Mittel wie schnelle Kamerafahrten, Schnitte an der richtigen Stelle und imposante Bilder die Exzessgesellschaft der 20er Jahre eindrucksvoll einzufangen. Allein schon wegen des Augenschmaus ein Must See.

 

Alles, was wir geben mussten (2010)

Ein Internat mit merkwürdigen Verhaltensregeln und Sicherheitsmaßnahmen. Drei Freunde, die das Schicksal auf traurige Art und Weise verbindet. Und ein Geheimnis, das unter die Knochen geht. Was stimmt mit den Kindern von Hailsham nicht? Kathy (Carey Mulligan), Tommy (Andrew Garfield) und Ruth (Keira Knightley) verbringen ihre Kindheit und Jugend miteinander, bis sie durch ihre Bestimmung auseinandergerissen werden.

Alles, was wir geben mussten ist das Lieblingsbuch von Carey Mulligan. Sie hoffte, dass es irgendwann verfilmt wird und dass sie zu dem Zeitpunkt alt genug sein würde, um Kathy zu spielen. Manchmal gehen Wünsche war. Der Film steht seiner Buchvorlage in Intensität nichts nach. Wenn der Abspann läuft, ist eine traurige Geschichte zu Ende, die einen nachdenklich zurücklässt.

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