Mit 37 Jahren zählt Benedict Timothy Carlton Cumberbatch zu den interessantesten Neuentdeckungen der vergangenen Jahre. Er wird als Hoffnungsträger für Fernsehen und Kino gefeiert. Seinen Leinwanddurchbruch hatte er 2004 mit der Filmbiografie Hawking – Die Suche nach dem Anfang der Zeit. Dafür wurde er bei den BAFTA Awards in der Kategorie Bester Schauspieler nominiert. Seitdem geht es steil bergauf für den Engländer.

Und das nicht nur von seitens der Arbeit. Auch die Anzahl weiblicher Fans von Cumberbatch nimmt stetig zu. Anhängerinnen seines Fanclubs nennen sich selbst „Cumberbitches“. Das Filmmagazin Empire kürte ihn 2013 sogar zum „World Sexiest Film Star“. Cumberbatch selbst kann diesen Trubel um seine Person gar nicht verstehen: „Ich sehe total seltsam aus“.

Sein Geheimnis? Unglaublicher Charme. In seinen Rollen spielt er stets den zuvorkommenden Intellektuellen. Gut. In der Rolle als Sherlock Holmes in der gefeierten BBC-Serie Sherlock kann nicht unbedingt von zuvorkommend die Rede sein. Doch auch in dieser Rolle überzeugt Cumberbatch mit seinen schauspielerischen Fähigkeiten.  Die 4. Sherlock-Staffel ist bereits in Planung.

Eigentlich wollte Benedict Cumberbatch Strafverteidiger werden. Ein doch eher ungewöhnlicher Berufswunsch, denn seine Eltern Timothy Carlton Cumberbatch und Wanda Ventham sind beide Schauspieler. Nach seinem Studium an der Universität Manchester, entdeckte er aber doch seine Leidenschaft für die Schauspielerei und absolvierte die Academy of Music and Dramatic Art in London. Eine gute Entscheidung wie sich rausstellte. 2013 beispielsweise wirkte Cumberbatch in sechs Filmen mit. Darunter das oscarprämierte Drama 12 Years a Slave und Der Hobbit – Smaugs Einöde. Bei letzteren verkörperte und sprach er den Drachen Smaug. Benedict Cumberbatch macht eben auch als Riesenechse einen guten Eindruck.

 

Die besten Filme und Serien mit Benedict Cumberbatch

12 Years a Slave (2013)

Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor, Salt, 2012) lebt 1841 als freier Afro-Amerikaner mit seiner Familie in New York. Er ist gebildet und ein exzellenter Geigenspieler. Von zwei Männern erhält er ein lukratives Angebot für einen Auftritt vor Publikum. Northup sagt zu und reist mit den Unbekannten nach Washington D.C. Dort wird er unter Drogen gesetzt und als er erwacht, ist er an Ketten gefesselt. Solomon wird in die Sklaverei verkauft und mit einer Fähre nach New Orleans gebracht. Dort kauft ihn der Plantagenbesitzer William Ford (Benedict Cumberbatch, Amazing Grace). Als es zu Streitigkeiten mit dem Aufseher John Tibeats (Paul Dano, Little Miss Sunshine, There will be Blood) kommt, wird Solomon zu Sklaventreiber Edwin Epps (Michael Fassbender, 300, X-Men: Erste Entscheidung) abgeschoben. Der behandelt seine Sklaven äußerst grausam. Vor allem die junge Patsey (Oscar für Lupita Nyong’o) ist das Ziel seiner Angriffe.

In der Kategorie Bester Film wurde 12 Years a Slave bei den Oscars 2014 ausgezeichnet. Und das völlig zu Recht. Die schauspielerische Leistung von Chiwetel Ejiofor, Lupita Nyong’o, Michael Fassbender und Benedict Cumberbatch ist erstklassig. Der Film setzt nicht auf große Sentimentalität. Regisseur Steve McQueen (Shame) erzählt in seiner erst dritten Arbeit die Sklaverei äußerst sachlich. Das ist auch gut so. 12 Years a Slave hätte sonst schnell zu einem kitschigen Drama ausarten können. Cumberbatch spielt in einer Nebenrolle den gutherzigen Plantagenbesitzer Ford und setzt sich für Northup ein. Absolut sehenswert!

Sherlock (Serie, seit 2010)

Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch, Gefährten) und sein Assistent Dr. John Watson (Martin Freeman, Trilogie Der Hobbit, The World´s End)  ermitteln wieder – und zwar im heutigen London. Der Detektiv mit den überragenden geistigen Fähigkeiten löst geschickt Fälle und unterstützt dabei die Polizisten von New Scotland Yard. Erzählt wird von den Anfängen von Holmes und Watson, als sie zusammen die Wohnung in der Baker Street 221b beziehen. Dabei prallen zwei extrem unterschiedliche Charaktere aufeinander. Holmes ist arrogant und snobistisch, Watson pragmatisch und gutmütig. Irgendwie schaffen sie es aber immer sich zusammenzuraufen und lösen mit Köpfchen und Know-How ihre Fälle.

Sherlock Holmes und Dr. Watson unterwegs im heutigen London: Regisseur Paul McGuigan (Lucky Number Slevin, Push) inszeniert eine großartige Neuauflage des Kultdetektivs. Mit Hilfe von Smartphone, GPS und Internet gehen Holmes und Watson jetzt auf Verbrecherjagd. Benedict Cumberbatch geht einem als eingebildeter, unangenehmer Schnüffler auf die Nerven, doch macht es einfach wahnsinnig Spaß ihm dabei zuzusehen. Zu leiden hat darunter meist der gutmütige Dr. Watson. Und das macht dann noch viel mehr Spaß!

Abbitte (2007)

Im Sommer 1935 treffen sich Familie und Freunde auf dem englischen Landsitz der Tallis. Die 13-jährige Briony Tallis (Saoirse Ronan, Wer ist Hanna?, The Way back – Der lange Weg) schwärmt heimlich für den Sohn der Haushälterin Robbie Turner (James McAvoy, Drecksau, Der letzte König von Schottland). Doch dieser fühlt sich zu Brionys Schwester Cecilia  (Keira Knightley, Domino, Alles, was wir geben mussten) hingezogen. Am Abend des gemeinsamen Essens kommen sich Robbie und Cecilia näher. Die 13-Jährige beobachtet die beiden. Aus Eifersucht macht sie eine Falschaussage gegen Robbie, als man ihn der Vergewaltigung verdächtigt. Er landet im Gefängnis und als der Zweite Weltkrieg ausbricht scheint es so, als würden sich Cecilia und Robbie nie wieder sehen.

Der gleichnamige Roman Abbitte ist ein Meisterwerk! Der Film dazu ist überaus gelungen, hält er sich doch sehr an die Buchvorlage. In einem Gewirr aus erster Liebe, Enttäuschung, Schuld und Sühne wird eine Geschichte erzählt, die an Dramatik kaum zu überbieten ist. Allerdings erzählt Regisseur Joe Wright (Wer ist Hanna?) nicht übertrieben oder gar kitschig. In leisen Tönen fängt Wright die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und einer unerfüllten Liebe ein. Schlussendlich kann man gar nicht glauben, was ein Missverständnis anrichten kann.

Third Star (2010)

Der 29-jährige James (Benedict Cumberbatch, Dame, König, As, Spion) hat Krebs im Endstadium. Zusammen mit seinen besten Freunden Davy (Tom Burke, Donkey Punch – Blutige See), Bill (Adam Robertson) und Miles (J.J. Feild) macht er sich auf die Reise zu seinem Lieblingsstrand. Auf der Wanderung lernt der Zuschauer die verschiedenen Charaktere kennen: Davy ist arbeitslos und hilft schon länger der Familie von James ihn zu pflegen. Alle hoffen, dass Bill sich bald von seiner Freundin trennt, da beide offensichtlich nicht zusammen passen. Miles ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und hat als Kind seinen Vater ebenfalls an den Krebs verloren. Zusammen blödeln die Männer rum, um James aufzuheitern. Den eigentlichen Grund der Reise verrät dieser seinen Freunden aber erst zum Schluss.

Alleine bei der Inhaltsangabe können einem schon die Tränen kommen. Der Film ist zutiefst bewegend und  Cumberbatch spielt seine Rolle als Sterbenskranker einfach grandios. Nur starke Medikamente und die Späße seiner Freunde  helfen ihm die Reise durchzustehen. Nach und nach lernen sich die Freunde mit allen Fehlern und Missgeschicken aus der Vergangenheit noch besser kennen. Und zum Schluss erfüllen sie James‘ letzte Bitte. Taschentücher bereithalten!

Der Hobbit – Smaugs Einöde (2013)

Thorin Eichenschild (Richard Armitage, Captain America – The First Avenger) und seine Gefährten sind von den Großen Adlern vor Azog und den Orks gerettet worden. Zusammen mit Hobbit Bilbo (Martin Freeman, Hot Fuzz – Zwei Bad Boys räumen auf, The World´s End) und Zauberer Gandalf (Ian McKellen, X-Men, The Da Vinci Code – Sakrileg) begeben sie sich weiter auf die Reise zur Heimat der Zwerge, dem Berg Erebor. Sie begegnen dem Hautwechsler Beorn, der sich in einen Bären verwandeln kann, und finden bei ihm kurzzeitig Unterschlupf. Auf ihrem weiteren Weg müssen sie auch den Düsterwald durchqueren. Gandalf trennt sich von seinen Gefährten, um sich mit Radagast (Sylvester McCoy) auf die Suche nach dem Nekromanten (Benedict Cumberbatch, Four Lions, Sherlock) zu machen. Schon bald haben sich die Zwerge und Bilbo im Düsterwald verirrt. Sie werden von riesigen Spinnen angegriffen und schließlich von den Waldelben gefangen genommen.

Alles wartet auf Smaug! Der Drache ist der absolute Höhepunkt des zweiten Hobbit-Films. Jede Schuppe und jede Bewegung der detaillierten Animation sitzt perfekt und die deutsche Synchronisation ist toll. Im Original spricht und bewegt Schauspieler Benedict Cumberbatch die Echse. Mittels Performance Capture werden seine Mimik und Bewegungen eingescannt und auf den Drachen zugeschnitten, wie schon bei Andy Serkis (Planet der Affen: Prevolution, The Cottage) und seiner Figur Gollum. Bis sich Smaug allerdings aus seinem Schlaf erhebt und Bilbo Feuer unterm Hinter macht, dauert es ein wenig. Regisseur Peter Jackson hat auch den zweiten Teil wieder drei Stunden lang gemacht. Doch hat dieser durchaus mehr Spannung aufzubieten als Der Hobbit – Eine unerwartete Reise.

Four Lions (2010)

Die fünf jungen islamischen Freunde Omar (Riz Ahmed, Trishna, Ill Manors – Stadt der Gewalt), Hassan, Waj, Faisal und Barry, letzterer ist konvertierter Engländer, leben in Sheffield, England. Zusammen planen sie einen Anschlag an allen Ungläubigen. Da es mit der Umsetzung noch etwas hapert, besuchen Omar und Waj ein Terrorcamp in Pakistan, um dort den Terroristen-Basislehrgang abzuschließen. Bei dem Versuch eine amerikanische Drohne abzuschießen, töten sie aus Versehen Osama Bin Laden und müssen das Camp verlassen. In der Zwischenzeit sind ihre Freunde in England nicht untätig geblieben. Bekennervideos, in denen mit Plastikgewehren gedroht wird, sind im Umlauf. Faisal versucht derweil Krähen beizubringen sich als Selbstmordattentäter zu opfern.

Da bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Man fragt sich bei Four Lions unweigerlich, ob man über Terrorismus lachen darf. Bei diesem Film muss das wohl jeder für sich selbst entscheiden. Wer sich auf Four Lions einlässt, den erwartet eine total übertriebene, schwarze Komödie. Irrwitzige Situationen und Dialoge lassen einem nach dem ersten Lachanfall fast fassungslos dasitzen. Dämlicher können sich die fünf Freunde wohl kaum anstellen, um die Ungläubigen zu bekehren. Benedict Cumberbatch ist in dem Film als Unterhändler zu sehen.

Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt (2013)

Julian Assange (Benedict Cumberbatch, Die Schwester der Königin) und Daniel Domscheit-Berg (Daniel Brühl, 2 Tage Paris, Was nützt die Liebe in Gedanken) entwickeln gemeinsam die Internetseite Wikileaks. Anonyme Quellen können dort ihre Informationen veröffentlichen und für alle zugänglich machen. Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Korruption soll somit aufgedeckt werden. Erzählt wird von den anfänglichen Schwierigkeiten der Homepage, dem Aufbau der nötigen Infrastruktur und den Kontakten, bis hin zu den ersten Datenveröffentlichungen. Über Nacht werden Assange und Domscheit-Berg damit zu Helden und gefeierten Aktivisten.

Der Film erzählt in chronologischer Form die Etappen der beiden Wikileaks-Gründer. Ein durchaus spannendes Kapitel des digitalen Zeitalters. Benedict Cumberbatch und Daniel Brühl sind eine gute Besetzung. Cumberbatch wollte während der Dreharbeiten Kontakt mit dem echten Assange aufnehmen. Doch dieser verweigerte die Zusammenarbeit. Regisseur Bill Condon (Dreamgirls, Bis(s) zum Ende der Nacht, Teil 1+2) gelingt es jedoch nicht, die ganze Bandbreite von Charakteren und Wikileaks zu erzählen.

Dame, König, As, Spion (2011)

Im Herbst 1973 bekommt Geheimagent Jim Prideaux (Mark Strong, Rock’N’Rolla, Der Mann, der niemals lebte) einen inoffiziellen Sonderauftrag. Er soll nach Budapest reisen, um sich mit einem General zu treffen. Der hätte brisante Informationen zu einem Maulwurf im britischen Geheimdienst. Doch das Treffen schlägt fehl und Prideaux wird niedergeschossen. Daraufhin wird Topspion George Smiley (Gary Oldman, The Dark Night Rises, Sin – Der Tod hat kein Gewissen) mit dem Fall vertraut gemacht. Zusammen mit dem jungen Peter Guillam (Benedict Cumberbatch, Abbitte) macht er sich auf die Suche nach dem Maulwurf. Die Reise führt die beiden quer durch Osteuropa. Der Schlüssel könnte bei Agent Ricki Tarr (Tom Hardy, Warrior, Bronson) und seiner russischen Geliebten liegen.

Ein atmosphärisch dichter Thriller, der sich immer mehr an Spannung steigert. Die Darstellerriege ist top, die Umsetzung des gleichnamigen Buchs gelungen. Benedict Cumberbatch spielt clever den Agentenführer Guillam, der an der Seite von Gary Oldman ermittelt. Ein toller Film, den man sich aufgrund der komplexen Handlung vielleicht zwei Mal ansehen sollte.

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