Angst und Verstörung auszulösen – darum geht es bei Horrorfilmen. Dieses Genre ist fast so alt, wie der Film an sich, denn schon 1910 wurde Mary Shelleys Roman Frankenstein als Stummfilm das erste Mal verfilmt. Schon damals gelang es den Filmteams durch ihr Handwerk und die daraus resultierenden Filme die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen und Beklemmung und teilweise Schock hervorzurufen. Doch welche dieser Werke besondere Beachtung verdienen erfahrt ihr hier:


Die Top 3 Horrorfilm Klassiker

1. Shining

Jack Nicholson in seiner Rolle als wahnsinniger Familienvater

Der ehemalige Lehrer und Schriftsteller Jack Torrance (Jack Nicholson) übernimmt die Stelle des Hausverwalters in einem mit einem Mythos behafteten Berghotel in Colorado. Anfänglich scheint das Hotel der perfekte Ort um ein neues Buch zu schreiben, doch es dauert nicht lange bis die dunklen Vorahnungen und blutigen Visionen, die Jacks Sohn schon kurz nach dem Einzug das erste Mal begegnen, zur Realität werden: Vater Jack beginnt immer mehr, den Verstand zu verlieren und bald nehmen die schrecklichen Dinge im abgelegenen Hotel ihren Lauf.

Stephen King war mit der Verfilmung seines drei Jahre zuvor erschienenen Bestsellers „The Shining“ durch Stanley Kubrick überhaupt nicht zufrieden, doch mit dieser Meinung steht der Meister der Horrorerzählung in Buchform wohl eher alleine da. Shining, mit einem engagierten und brillanten Jack Nicholson in der Rolle des wahnsinnigen Familienvaters, ist ein auf den Punkt inszenierter Horrorstreifen, der definitiv beim Zuschauer Angst und Verstörung heraufbeschwört.

2. Psycho

Diese Szene aus Alfred Hitchcocks Psycho ist weltberühmt

Nachdem die attraktive Sekretärin Marion Crane (Janet Leigh) ihren Boss um 40.000 Dollar erleichtert hat, flieht sie überstürzt Richtung Kalifornien zu ihrem Liebhaber. Aus Angst bereits von der Polizei verfolgt zu werden, verirrt sich Marion in der Dunkelheit und bei Regen und landet bei einem kleinen abgelegenen Motel. Der Besitzer Norman Bates (Anthony Perkins) lädt seinen neuen und einzigen Gast direkt zum Abendessen ein. Ungewollt überhört Marion durch ein offenes Fenster ein Streitgespräch zwischen Bates und seiner alten eifersüchtigen Mutter, die ihm den Umgang mit Frauen wie Marion verbietet. Nach dem gemeinsamen Essen entschließt sich Marion, das gestohlene Geld zurückzubringen und nimmt erleichtert durch ihre Entscheidung eine Dusche. Plötzlich reißt eine Person den Vorhang beiseite und sticht brutal mit einem Messer auf sie ein.

Die Messerszene in der Dusche – alleine daran kann jeder Film- und Genreliebhaber dieses Meisterwerk aus Hollywood identifizieren, denn sowohl visuell als auch musikalisch zählt diese Szene zu den bekanntesten und meistzitierten Szenen der Filmgeschichte. Alfred Hitchcock inszeniert in dem schwarz-weiß Film ab dem Moment, in welchem die Hauptdarstellerin das Motel betritt, eine beklemmende Stimmung, die ihres Gleichen sucht.

Eine Anekdote zum Film:

Mit Psycho wollte Regisseur Alfred Hitchcock neues Terrain beschreiten und das Publikum unerwartet schocken. Nachdem Hitchcock die Rechte an dem gleichnamigen Roman von Robert Bloch gekauft hatte, kaufte er so viele Exemplare von Psycho wie möglich auf, um das überraschende Ende unter Verschluss zu halten.

3. Der Exorzist

Die Hauptdarstellerin Linda Blair war zu den Drehzeiten noch minderjährig

Eines Tages beginnt Regan, die 12-jährige Tochter der berühmten Schauspielerin Chris MacNeil sich äußerst merkwürdig zu verhalten. Die Ärzte glauben, daß Regan an einer schweren mentalen Krankheit leidet, doch es drängt sich mehr und mehr der Verdacht auf, dass das kleine Mädchen vom Teufel besessen ist. Alles deutet darauf hin, dass nur noch ein Exorzismus das Mädchen retten kann.

Es gibt selbst im Horror Genre wenige Szenen wie den Exorzismus am Ende des Films selbst.  Der Film von William Friedkin ist extrem spannend, erschreckend und nervenaufreibend inszeniert. Besonders gut gelungen ist die Verwandlung von Unschuld in das pure Grauen veranschaulicht am kleinen Mädchen Regan.

Randinformation: Obwohl der Film für ganze zehn Oscars nominiert wurde, erhielt er schlussendlich nur zwei für den besten Ton und das beste Drehbuch. Wie erst später bekannt wurde, ist die besessene Regan, aus Gründen des Jugendschutzes, in manchen Szenen nicht von Linda Blair, sondern von Eileen Dietz gespielt worden, was wohl auch der Grund war warum sie trotz Nominierung keinen Oscar gewinnen konnte.

 

Die Top 3 der besonderen Horrorfilme

 

1. 28 Days Later

Durch die Befreiungsaktion einer Tierschützer-Gruppe wird mit den freigelassenen Affen auch ein tödlicher Virus auf die Londoner Bevölkerung losgelassen. Die Krankheit ist hoch infektiös, und verwandelt die Befallenen innerhalb weniger Minuten zu tobsüchtigen Zombies. Jim (Cillian Murphy) erwacht eines Tages nichts ahnend in einem leer gefegten Krankenhaus, und stolpert erst einmal verwirrt durch das verlassene London, bis er die katastrophale Tragweite der Situation begreift. Glücklicherweise trifft Jim nicht viel später auf weitere Überlebende, mit denen er sich Richtung Manchester durchschlägt, wo eine Militäreinheit einen sicheren Hafen geschaffen haben soll. Ihr Weg durch das Zombie verseuchte England ist geprägt von Angst und Panik, doch auch im vermeintlich sicheren Militärstützpunkt muss die Gruppe weiter um ihr Leben kämpfen.

Kritik

Danny Boyle bringt mit einem modernen Ansatz frischen Wind in das Zombie –Genre. Seine Zombies sind ungewohnt schnell und abstoßend, und wirken dadurch wesentlich bedrohlicher als die behäbigen untoten Schlurfer, die man von Klassikern wie z.B. „Dawn of the Dead„ gewohnt war. Sein Erzählfokus liegt auf der Gefühlswelt der Überlebenden, und beleuchtet ihren Umgang mit dem allgegenwärtigen Terror. Die Charaktere sind glaubhaft und wirken wie der gesamte Film sehr authentisch, was den Zuschauer ergreift und ihn ihren Überlebenskampf hautnah miterleben lässt. So erzeugt 28 Days Later eine wirklich bedrückende Atmosphäre – ein moderner Zombieklassiker und sozialkritisches Drama – nicht nur für Zombiefans interessant!

2. I Saw The Devil

Kyung-chul (Min-sik Choi) ist ein psychopathischer Serienkiller, der mit Vorliebe junge Mädchen auf grausamste Art  abschlachtet. Die Polizei ist ihm schon seit einiger Zeit auf den Fersen, als die zerstückelte Leiche  der Tochter des Polizeipräsidenten gefunden wird. Ihr Verlobter, Soo-hyun (Byung-hun Lee), ein Agent des südkoreanischen Geheimdienstes, macht es sich daraufhin zur Aufgabe mit Hilfe seiner Spezialfähigkeiten den Täter Kyung-chul mit dem selben Maß an Grausamkeit zu quälen, wie es sein Gegenspieler an den Tag legt.

Kritik

I Saw The Devil zieht die Zuschauer tief mit in den Kampf der beiden Protagonisten hinein. Die beiden Gegenspieler finden sich in einer extremen Gewaltspirale wieder, was mit der Zeit die Frage aufwirft, wer von beiden das größere Monster ist. Soo-hyun’s Rache an dem Mörder seiner Frau wirkt anfangs zumindest Ansatzweise legitim. Es wird jedoch bald deutlich, dass auch er Gefallen an der Quälerei findet. Es gibt hier kein Gut und Böse, kein schwarz und weiß, aber viele Grautöne – ein packender Thriller und aufgrund der Brutalität nur für wirklich hartgesottene Filmfans zu empfehlen. Wer an dem Film Spass hatte, sollte sich auch „Oldboy“ und „The Chaser“ ansehen.

3. Saw

Adam und Lawrence kommen langsam zu sich. Die beiden sind mit Fußfesseln gegenüber von einander in einem heruntergekommenen Badezimmer angekettet. Zwischen ihnen liegt eine blutüberströmte Leiche. Nach und nach wird klar was die beiden verbindet – sie lebten zuvor in Wohlstand, und gingen leichtfertig mit ihren Mitmenschen um. Es scheint also, als sollten sie dafür nun bestraft werden. Auf ihrer verzweifelten Suche nach Anhaltspunkten, die ihre Situation erklären oder sie der Flucht ein Stück näher bringen könnten stoßen die Männer auf eine rostige Laubsäge. Ein verstörender Gedanke wächst in Adams Kopf…

Kritik

Saw war der erste, und mit Abstand der Beste Teil des siebenteiligen Saw Franchises. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Kurzfilm von James Wan, in dem ein Patient im Krankenhaus von einem perfiden Folterspiel berichtet, das er durchleiden musste. Aus dieser doch recht simplen Rahmenhandlung entstand der Spielfilm, der v.a. ob seiner innovativen Ideen und Twists zurecht große Wellen unter Horrorfans schlug. Der Film brachte frischen Wind in ein leicht verstaubtes Genre und der Satz „I wanna play a game“ findet sich noch heute in vielen Internet Memes und Running Gags. Die Saw-Reihe feierte große kommerzielle Erfolge, glänzte aber, was Teil 2-7 angeht, nicht mit Qualität und Anspruch, sondern eher mit reißerischem Folterkino. Man sollte den ersten Film unabhängig von den Nachfolgern betrachten, die anders als Teil 1 hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen und ohne Anspruch an Qualität produziert wurden.

 

Die Top 3 Horrorfilme, die man gesehen haben muss

 

1. The Conjuring

Die Großfamilie um die Eltern Roger und Carolyn Perron freut sich über den Einzug in ihr neues, stattliches Familiendomizil, ein abgelegenes Bauernhaus im ländlichen New England. Relativ bald wird jedoch klar, dass die Familie dort nicht allein ist. Eine bösartige macht sucht das Anwesen heim, und macht das Leben der Familie Nacht für Nacht mehr zum Albtraum. Das Ehepaar entschließt sich in ihrer Verzweiflung professionelle Hilfe auf dem Gebiet der paranormalen Aktivitäten hinzuzuziehen. Die Spezialisten Patrick und Vera machen sich zu Anfang noch souverän ans Werk, doch spätestens als auch sie es mit der schieren Angst zu tun bekommen, wird klar, wie bedrohlich die dunklen Mächte in diesem Haus wirklich sind.    

 

 

Kritik

The Conjuring basiert auf dem klassischen, etablierten Muster: Arglose Familie, Haunted House, Geisterjäger.
Regisseur James Wan (Saw) schafft mit Liebe zum Detail eine düstere, unwirkliche Atmosphäre. Die ruhigen Kamerafahrten durch das bemerkenswert gruselig gestaltete Landhaus halten den Zuschauer auf Spannung, und Jump-Scares werden nicht wie bei anderen Vertretern des Genres inflationär, sondern sparsam und effektiv eingesetzt. The Conjuring löst lange nur subtil Unbehagen aus, bevor die Spannung gegen Ende dramatisch ansteigt – ein moderner Haunted House Klassiker und ein Muss für Fans des klassischen Horrorkinos.

2. Sinister

Der Schriftsteller Ellison Oswalt (Ethan Hawk) ist bekannt für seinen Bestseller „Kentucky Blood“, in dem er das Versagen der Polizei in einem Mordfall dokumentiert und daraufhin den Fall selbst löst. Leider lässt der nächste Erfolg etwas auf sich warten. Ellison zieht ungeduldig von einem ehemaligen Tatort zum nächsten, bis er mit seiner Familie schließlich ein Haus bezieht, in dem zuvor eine komplette Familie ermordet wurde. Nachdem er auf dem Dachboden kurz darauf eine Kiste mit Super 8 Filmrollen findet, scheint seine literarische Durststrecke ein Ende zu nehmen. Auf den Bändern befinden sich augenscheinlich originale Filmaufnahmen von dem Mord in seinem neuen Haus. Ellison riecht den Durchbruch. Was er noch nicht ahnt ist, dass er mit dem Einlegen der Bänder sich und seine Familie der gleichen Bedrohung ausgesetzt hat, die den früheren Hausbesitzern zum Verhängnis wurde.

Kritik

Sinister greift ähnlich wie „The Conjuring“ auf etablierte Muster zurück, und setzt diese souverän um. Handwerkliche Basics wie stringentes Storytelling und glaubwürdige Charaktere sind vorhanden, und der Film hat ein eher ungewöhnliches Ende. Alles in Allem fällt Sinister nicht außergewöhnlich aus dem Rahmen, bietet Horrorfans aber auf jeden Fall solide Unterhaltung. Wem Sinister gefällt, der kann sich sicher auch mit „Insidious“ und „Drag me to Hell“ anfreunden.

3. The Descent

Sarahs Freundinnen wollen sie nach einem Unfall auf andere Gedanken bringen, und überreden sie zu einer Höhlenklettertour. Anders als geplant klettern die Mädchen nicht in einer für Touristen erschlossene, sondern in einer gänzlich unerforschten Höhle. Juno, die Führerin der Gruppe, hatte sich für die unbekannte Höhle entschieden ohne die Anderen einzuweihen, um den Ausflug spannender zu machen. Kurz nach dem die Gruppe die Höhle betreten hat stürzt der Höhleneingang ein, und es gibt für die Mädchen nur noch eine Möglichkeit wieder raus zu kommen: Die Höhle erforschen um einen anderen Weg nach draußen zu finden. Je tiefer sie in die Höhle vordringen, desto mehr häufen sich die Anzeichen dafür, dass sie dort nicht allein sind. Spätestens nach dem sie auf einen unterirdischen Friedhof stoßen wird ihre Rolle in der Höhle klar: Sie sind Beute.

Kritik

Die Macher von The Descent haben aus einem niedrigen Budget einen maximal unterhaltsamen Film herausgeholt. Die Spannung wird viel dadurch erzeugt, dass man als Zuschauer, wie auch die Protagonisten, in der dunklen Höhle kaum etwas sieht. Die Videokamera der Kletterinnen, die ihnen als einzige Möglichkeit bleibt um etwas zu sehen, dient als interessantes Stilmittel. Man kann im Nachtsichtmodus immer wieder nur einen kurzen Blick auf die Monster erhaschen. Angst macht weniger das was man sieht, als das was man nicht sieht. The Descent ist definitiv der beste Vertreter der Sparte „schutzlose Teenies und Monsterterror“ und ein wirkliches Muss für Fans dieser Gattung. Wer an „The Descent“ Spaß hatte, würde sich vielleicht auch an „The Hills Have Eyes“, „Wrong Turn“, oder „The Texas Chainsaw Massacre- The Beginning“ erfreuen.

 

 

One Response to Angst und Verstörung – Die Top 3 Horrorfilme Klassiker und Aktuell

  1. Claudii K. aus M. an der S. sagt:

    Alles rotz nehmt die horror filme aus dem programm meine freundin kann keine nacht mehr ohne mich einschlafen ihr idioten

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