Seit kurzem gibt das Filmdrama Spotlight im maxdome-Store zum Leihen. Der hochgelobte Aufdeckungsfilm erzählt die packende Geschichte des Spotlight-Teams vom Boston Globe, denen es gelang 2001 einen der größten Skandale der katholischen Kirche aufzudecken: Die mediale und gesellschaftliche Vertuschung zahlreicher Fälle von Kindesmissbrauch, ausgeübt durch Amts- und Würdenträger der Kirche. Für das außergewöhnliche, hochemotionale Drama gab es nicht nur sechs Nominierungen bei der Oscarverleihung 2016 (unter anderem Rachel McAdams und Mark Ruffalo als Beste Nebendarstellerin und Bester Nebendarsteller), sondern durfte nach der Auszeichnung Bestes Originaldrehbuch schließlich auch den Oscar für den Besten Film für sich beanspruchen.

Das bedeutet dass Spotlight sich in eine Riege mit großartigen, gewagten, außergewöhnlichen Filmen einreihen darf, denn die letzten 20 Jahre Oscarverleihung waren zwar sicher nicht immer skandal- und beschwerdefrei, doch ganz sicher sind die Besten Filme nicht zu Unrecht ausgezeichnet worden. Bei maxdome gibt es nun die Gewinner der letzten 20 Jahre zum Durchstöbern. Und wenn ihr Lust habt, dann hinterlasst doch einen Kommentar, ob ihr mit der Acadamy einverstanden seid, oder ob ihr in diesem oder jenem Jahr einen ganz anderen Film als den Besten des Jahres empfunden habt. Viel Spaß!

 

1996 – BRAVEHEART

Mel Gibson inszeniert 1996 einen großartigen Monumentalfilm über den schottischen Widerstandskämpfer William Wallace – mit sich in der Hauptrolle. Mit großartiger Musik untermalte Schlachtszenen erwecken Patriotismus und Kampfgeist. Hochemotional wird die Geschichte erzählt, wie William Wallace mit dem Mord an seiner Frau und dem Niederbrennen seines Dorfes alles genommen wird – und er deshalb zum resolutesten Gegner der britischen Krone wird, den Schottland je gesehen hat. Bevor er seine Armee aus bunt zusammengewürfelten Männern jeden Standes zum Sieg führen kann, gerät er in den Dunstkreis mächtiger Gegner. Und fällt schließlich einer gemeinen Intrige zum Opfer.

Die Konkurrenz des Kostümfilms des talentierten Australiers Mel Gibson war nicht klein im Jahr 1996 – Ron Howards großartiges Weltraumdrama Apollo 13 mit Tom Hanks in der Hauptrolle galt als Favorit für die Verleihung. Doch Braveheart konnte die Auszeichnung einheimsen – und machte Mel Gibson zum gefeierten Star.

 

 

1997 – DER ENGLISCHE PATIENT

Ralph Fiennes gibt den titelgebenden, ungarischen Graf Laszlo Almasy, der bei einem Abschuss durch die Deutschen in Ägypten kurz vor dem Zweiten Weltkrieg schwerst verwundet wird. Almasy war als Mitglied der englischen Royal Geographic Society in der Wüste Ägyptens, um Landkarten für die Forschungsprojekte von Archäologen zu erstellen. Die Französin und Krankenschwester Hana (Juliette Binoche, Paris, Je t’aime) nimmt sich des schwer entstellten und verbrannten Almasy an und verlässt mit ihm den englischen Konvoi, der sie aufgenommen hat, um ihn in Ruhe zu pflegen. In der Toskana bekommen die beiden Gesellschaft von zwei Bombenentschärfern namens Kip (Naveen Andrews) und Hardy (Kevin Whately), welche ein Verhältnis miteinander haben. Während Hana Almasy pflegt, taucht auch noch der seltsame Caravaggio (Willem Dafoe, Spider-Man) auf, der Almasy mit Misstrauen und Abscheu begegnet – und es dauert lange, bis Hana herausfindet, worauf das beruht…

Ausgezeichnet mit neun Oscars war der auf einem Roman beruhende Film Der englische Patient der absolute Abräumer der Verleihung 1997. Zu Recht – die hochdramatische, sehr verworbene Geschichte ist ein großartiges Stück Erzählkunst.

 

1998 – TITANIC

1998 war das Jahr von Regie-Virtuose James Cameron und seinem Drama um den Untergang eines Schiffes, das fast 90 Jahre zuvor auf den Grund des Atlantiks gesunken war: Titanic. Der Film erzählt die fiktive Geschichte der aus der Oberschicht stammenden Rose DeWitt Bukater (Kate Winslet) und des mittellosen Künstlers Jack Dawson (Leonardo diCaprio), die sich an Bord der Titanic unsterblich ineinander verlieben. Das Glück der beiden hält jedoch nicht lange an, da Roses eifersüchtiger Verlobte, ein arroganter Industrieller namens Cal (Billy Zane) seinen Spürhund Lovejoy auf die beiden ansetzt und die Titanic in der Nacht des 14. April 1912 mit voller Kraft einen Eisberg und damit das Schicksal von 3000 Menschenleben besiegelt…

Die Darstellung des verzweifelten Liebespaars Jack und Rose, das auf dem untergehenden Schiff um sein Leben kämpft und trotz aller Widrigkeiten bis in den Tod zusammenbleibt, machte die beiden Darsteller Kate Winslet und Leonardo diCaprio schlagartig weltberühmt. Filmpionier Cameron, konnte mit seiner visuell überzeugenden Inszenierung und dem stimmigen Drehbuch 14 Nominierungen erreichen, von denen 11 dann tatsächlich an Titanic gingen. Vor allem im Bereich der Kameratechnologie und der Postproduktion war Titanic ein absoluter Grundstein für die nachfolgende Generation Katastrophenfilme. Zudem führt Titanic bis heute gemeinsam mit Camerons Avatar die Liste der kommerziell erfolgreichsten Filme an.

1999 – SHAKESPEARE IN LOVE

England, 1593: William Shakespeare (Joseph Fiennes, Der Kaufmann von Venedig), heute weltberühmter, vielgelesener Schriftsteller und Dramatiker, ist pleite, einsam und ideenlos. Um aus seiner Misere herauszukommen verspricht er vielen verschiedenen Produzenten und Geldgebern Stücke, von denen nichts weiter als der Titel existiert. Eins davon ist Romeo und Ethel, die Piratentochter. Philip Henslowe (Geoffrey Rush, Fluch der Karibik) ist sein Geldgeber und der will mehr Dramatik in dem Stück. Die kann Will dem Stück verleihen, weil er die junge Viola De Lesseps (Gwyneth Paltrow) kennenlernt, eine wunderschöne, kluge und begehrenswerte Frau, in die er sich unsterblich verliebt. Viola hat sich, ohne dass es jemand gemerkt hätte, als Junge in Wills Theater geschmuggelt, um dort zu spielen. Zudem ist sie mit Lord Wessex (Colin Firth, The King’s Speech) verlobt, einem streitsüchtigen und wohlhabenden Lord. In all dem Gefühlschaos entwickelt Shakespeare langsam aber sicher ein Meisterwerk, das heute jedem Kind ein Begriff ist: Die Geschichte von Romeo und Julia

Neben Gwyneth Paltrow als Beste Hauptdarstellerin wurde auch Judi Dench mit dem Oscar für die Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet; für einen Auftritt, der ganze acht Minuten dauerte. Außerdem verbuchte Shakespeare in Love 11 weitere Nominierungen, von denen er insgesamt sieben einheimste.

2000 – AMERICAN BEAUTY

Das Millenium-Jahr 2000 war ein Filmjahr voll mit dezenten, hochdramatischen Geschichten. Neben einem der größten Twists der Filmgeschichte (The Sixth Sense), einer emotionalen Stephen-King-Adaption (The Green Mile mit Tom Hanks in der Hauptrolle) und Matt Damons‚ hochgelobter Darstellung des Talentierten Mr. Ripley triumphierte vor allem Sam Mendes‚ Debütfilm American Beauty. Kevin Spacey überzeugt in der Rolle des frustrierten Familienvater Lester Burnham, der die attraktive und sehr reife Freundin seiner Tochter kennenlernt und sich eine sexuelle Affäre mit dieser vorstellt. Immer tiefer in den Strudel aus sexueller Frustration, Verzweiflung und unterdrückter Emotionen abgleitend benimmt sich Lester Burnham immer seltsamer und auffälliger, bis er es bis an die Spitze treibt und sein Leben aufs Spiel setzt…

Kevin Spaceys Darstellung wurde von den Kritikern äußerst positiv bedacht, vor allem aber Sam Mendes mit seiner geradlinigen, klaren und fokussierten Inszenierung des grandiosen Drehbuchs von Alan Ball wurde vielfach ausgezeichnet. Mit seinem Debütfilm ebnete Mendes seinen Weg in die A-Liga der Hollywoodregisseure; so wurde er 2012 mit der Verfilmung des James-Bond-Films Skyfall betraut – dem bis dato erfolgreichsten 007-Teil.

 

2001 – GLADIATOR

Alien-Regisseur Ridley Scott verfilmt die fiktive Geschichte des römischen Feldherrn und Strategen Maximus (Russell Crowe, Robin Hood), der als Nachfolger des Kaisers Marcus Aurelius über das römische Reich regieren soll, da dessen Sohn Commodus (Joaquin Phoenix, Walk the Line) bei Weitem nicht so intelligent und erfahren ist wie Maximus. Doch statt mitanzusehen, wie der Kaiser ihn um sein Thronerbe bringt tötet Commodus seinen eigenen Vater und lässt Maximus‘ Frau und Kind ermorden. Den gebrochenen Mann verkauft er an afrikanische Sklavenhändler, die ihn an eine Gladiatorenschule weiter reichen. Doch der einstige Feldherr ist nicht schwach und dumm, sondern erkämpft sich schnell einen Weg nach oben. Er wird der gefürchtetste und berüchtigste Gladiator der römischen Legionen und soll bald unter dem falschen Namen „Der Spanier“ im Kolosseum kämpfen, vor den Augen seines Peinigers und dem Mörder seiner Familie; Maximus kämpft um seine Freiheit und das letzte, was ihm noch bleibt: Rache.

Monumental, episch, durch und durch Ridley Scott: Gladiator ist ein Meisterwerk. Angefangen bei der Umsetzung der reizvollen Geschichte des Einzelkämpfers, der alles verloren hat, über die atemberaubenden Bilder, bis hin zu Hans Zimmers grandiosem Score und der absolut überzeugenden Darstellung von Newcomer Russell Crowe (der hierfür den Oscar gewann). Gladiator ist ein Meilenstein der Filmgeschichte und gehört in jedes Sammlerregal.

2002 – A BEAUTIFUL MIND

Auch 2002 durfte Russell Crowe triumphieren: In einer weiteren starken Charakterrolle bewies er sein Ausnahmetalent. Der Film A beautiful mind, unter der Regie von Ron Howard, erzählt mitreißend und gefühlvoll die Geschichte des Mathamatikers John Forbes Nash Junior. Der unbeliebte und soziopathisch veranlagte John merkt schon an seinem ersten Uni-Tag in Princeton, dass er bei seinen Kommillitonen nicht gut ankommt, und dass es ihm trotz hoher Intelligenz an Menschenverständnis fehlt. Doch der skurille Mathematiker macht seinen Weg und schafft es ans Elite-Forschungszentrum des MIT. Auch privat scheint alles gut zu laufen: John ist glücklich verheiratet. Doch dann werden seine Zwangsneurosen und psychotischen Attacken zu einer ausgewachsenen Schizophrenie, die sich nur schlecht behandeln und kaum heilen lässt. A beautiful Mind zeigt rührend und wertefrei das Auf und Ab eines psychisch Kranken, der es trotz seiner schweren Beeinträchtigung bis zum Nobelpreis schafft.

Ausgezeichnet mit 4 Oscars durfte sich auch Hauptdarsteller Russell Crowe über eine erneute Nominierung freuen – zu Recht.

 

2003 – CHICAGO

Mit Chicago präsentierte Regisseur Rob Marshall (Die Geisha, Into the Woods) eine Musical-Adaption als buntes Feuerwerk von tollen Musik- und Tanzeinlagen, gewagten Bühnenauftritten, einer unterhaltsamen und durchdachten Story und einer großen Portion Powerfrau. Renée Zellweger (Bridget Jones) spielt Roxie, eine mittellose junge Frau, die unbedingt ins Showgeschäft will. Sie möchte wie ihr Vorbild Velma (Catherine Zeta-Jones, Verlockende Falle) sein, die auf den Bühnen Chicagos als Showsängerin reich und berühmt geworden ist. Die beiden treffen auch aufeinander – allerdings an einem denkbar abwegigen Ort: Dem Gefängnis. Roxie hat nämlich ihren Freund erschossen, der sie belogen hat, was ihre Karriereaussichten als Showstar betrifft. Velma hat einen Doppelmord begangen. Doch die schöne Sängerin hat einen der besten Anwälte der Welt an ihrer Seite: Den gutbezahlten Billy Flynn (Richard Gere), der bisher jede weibliche Klientin vor dem Schuldspruch bewahrt hat. Mithilfe der ihr gutgesinnten Gefängniswärterin „Mama“ Morton (Queen Latifah, Hairspray) gelingt es Roxie den Anwalt zu engagieren – und der heckt eine gewaltige Medienkampagne aus, um sie nicht als Täterin, sondern als Opfer darzustellen. Und er hat Erfolg damit!

 

 

2004 – DER HERR DER RINGE – DIE RÜCKKEHR DES KÖNIGS

Der dritte Teil der phänomenalen Ringkrieg-Saga von Meisterregisseur Peter Jackson übetrifft seine beiden monumentalen Vorgänger noch einmal um Längen: Mit einer Filmlänge von über drei Stunden, einem atemberaubenden Score, einer Riege brillanter Darsteller und überwältigenden Spezialeffekten und epischen Schlachtszenen gilt der Film als einer der besten und erfolgreichsten Fantsyfilme aller Zeiten. Zudem durfte er als erster Vertreter dieses Genres eine Auszeichnung mit dem Oscar für den Besten Film sein eigen nennen – eine absolute Neuheit bei den Acadamy Awards. Neben dieser großen Ehre bekamen Peter Jackson und sein Team auch in 10 weiteren Kategorien den Oscar verliehen, und konnten somit jede Nominierung in eine Auszeichnung umwandeln.

Der dritte Teil der Fantasysaga steigt kurz nach den Ereignissen von Teil 2 ein: Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin, The Strain) befinden sich mit Gollum/Sméagol (Andy Serkis, King Kong) auf der letzten Etappe ihres Plans, den Einen Ring zu vernichten. Kurz vor den Mauern Mordors bekommt Frodo es mit der Macht des Ringes zu tun und seine Freundschaft zu Sam wird auf eine harte Probe gestellt. In der Zwischenzeit rüsten sich die letzten verbliebenen Streitkräfte der Menschen und Elben, um es mit den dunklen Scharen Saurons aufzunehmen. Angeführt vom rechtmäßigen Thronerben Aragorn (Viggo Mortensen, Hidalgo) rekrutieren Legolas (Orlando Bloom) und der Zwerg Gimli (John Rhys-Davies, ) eine gefürchtete, gefährliche Armee und die Hobbits Pippin und Merry stürzen sich mit ihrem großen Anführer, Zauberer Gandalf (Sir Ian McKellen, X-Men), in die letzte Schlacht um Mittelerde. Alles Schicksal der Welt liegt auf den Schultern der zwei kleinen Hobbits, die sich einen Weg in Richtung Schicksalsberg bahnen.

2005 – MILLION DOLLAR BABY

Frankie Dunn (Clint Eastwood) ist ein passionierter Box-Trainer, der seine talentierten Kämpfern vor allem eins lehrt: Schütze dich immer selbst, vor allem im Ring. Der introvertierte Frankie schützt sich selbst vor allem, indem er nach der Entfremdung von seiner Tochter keinen Menschen mehr an sich heranlässt. Der einzige, der noch irgendwie zu ihm vordringt, ist Studiobetreiber Scrap (Morgan Freeman, Die Verurteilten), ein ehemaliger Boxchampion. Scrap ist auch der einzige, der weiß, dass sich unter Frankies harter Schale ein warmherziger Kerl verbirgt. Frankies Leben erfährt eine völlig neue Wendung, als er Maggie Fitzgerald (Hilary Swank, Boys don’t cry) kennenlernt, eine aus ärmlichsten Verhältnissen kommende Kellnerin, die nur einen Wunsch hat: Sie will Profiboxerin werden und würde alles dafür tun. Frankie ist anfangs nicht überzeugt von der taffen jungen Frau, doch sie beweist ihm, wie viel Talent und Ehrgeiz in ihr stecken und so entschließt er sich, ihr zu helfen, ihren Traum wahrwerden zu lassen – mit ungeahnten Folgen für beide.

Das herzzerreißende Boxerdrama von und mit Clint Eastwood trifft genau ins Schwarze – die meisterhafte Darstellung der etwas einfältigen, aber konkurrenzlos ehrgeizigen Maggie brachte Hilary Swank einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin ein, nicht zuletzt wegen ihres eigenen Ehrgeizes, alle Boxszenen im Film selbst zu spielen. Für die Rolle trainierte sich die Amerikanerin 15kg Muskelmasse an und trainierte jeden Tag zwischen 4 und 6 Stunden mit einem Profiboxer. Neben ihr konnte auch Morgan Freeman einen Oscar gewinnen – für den Besten Nebendarsteller. Mit der Auszeichnung für den Besten Film stach Million Dollar Baby Filme wie Scorseses Aviator, Wenn Träume fliegen lernen oder auch Ray aus.

2006 – L.A. CRASH

Paul Haggis‚ (72 Stunden) episodenhafter Thriller mit den verwobenen Handlungssträngen schildert Aspekte eines einzigen Tages aus dem Leben verschiedener Menschen, die, entgegen des ersten Anscheins, sehr viel miteinander verbindet. Die Rolle eines Staatsanwaltes spielt Brendan Fraser (Die Mumie), dessen Frau gibt Sandra Bullock; Rapper Ludacris (F&F5) spielt einen Autodieb. In weiteren Rollen agieren Ryan Philippe (Chaos), Michael Pena (Herz aus Stahl), Matt Dillon (Bad Country), Tarrence Dashon Howard und in den eigentlichen Hauptrollen der beiden Ermittler sind Don Cheadle (After the Sunset) und Jennifer Esposito (Conspiracy) als Graham und Ria zu sehen, die es mit einem undurchsichtigen Fall größten politischen Ausmaßes zu tun bekommen…

In verschiedenen Episoden und mit unterschiedlich angelegten Handlungssträngen besticht L. A. Crash auch vor allem durch seine feinfühlige Inszenierung, den gesellschaftskritischen Unterton und die Hingabe zu punktuiertem Schauspiel. Obwohl der Film seinerzeit vor allem Kritiker, aber nicht das allgemeine Publikum überzeugte, heimste er bei der Oscarverleihung die begehrteste Trophäe ein und gilt unter Filmkennern als Meisterwerk des Dramas mit Thrillerelementen.

 

2007 – DEPARTED – UNTER FEINDEN

Die irische Mafia ist in Boston mächtiger als jemals zuvor. Unter der Führung von Mafiaboss Costello (Jack Nicholson) hat sie sich ein Regiment aus Angst, Macht und Korruption erarbeitet, das zu sprengen schier unmöglich scheint. Doch die Bostoner Polizei will es mit den gefährlichen Machenschaften von Costello und seinen Anhängern aufnehmen – und schleust deshalb Billy (Leonardo diCaprio) als verdeckten Ermittler in die Verbrecherorganisation ein. Ausgesucht wegen seines Charismas und seiner Findigkeit, was menschliches Verhalten angeht, gewinnt Billy schnell Costellos Vertrauen und arbeitet sich langsam aber stetig nach oben hin vor. Doch auch Costello hat einen Undercover-Agenten losgeschickt – und ihn bei der Polizei eingeschleust. Colin (Matt Damon) war bereits als kleiner Junge Teil von Costellos Bande und erlebte seinen Aufstieg mit. Als Maulwurf bei der Polizei ermöglicht er es seinem Ziehvater den Ermittlern ständig einen Schritt vorraus zu sein. Colin und Billy geraten immer mehr ins Kreuzfeuer beider Parteien und müssen bald begreifen, dass sie vielleicht das Opfer sind, dass ihre Lager bereit sind, einzugehen, um die anderen auszuschalten…

Martin Scorseses (Taxi Driver) Mafia-Meisterwerk trumpft nicht nur mit einer Riege brillanter Darsteller auf (unter anderem Mark Wahlberg, Alec Baldwin und Up-in-the-Air-Star Vera Farmiga in Nebenrollen), sondern ist in seiner Inszenierung zu einem Meilenstein der jüngeren Filmgeschichte geworden. Scorsese schafft es nicht nur, jede einzelne Figur zu einer ambivalenten, äußerst menschlichen Person zu machen, sondern er lässt den Zuschauer auf beiden Seiten, der „guten“ und der „bösen“ mitfiebern und mithoffen. Nicht ohne Grund war Departed der Abräumer bei den Oscarnominierungen und durfte sogar die Trophäe Bester Film mitnehmen. Einziger Wehmutstropfen: Leonardo diCaprio ging bei der Nominierung für den Besten Hauptdarsteller leer aus – war aber im gleichen Jahr für Blood Diamond nominiert.

2008 – NO COUNTRY FOR OLD MEN

Die Coen-Brüder (Ethan und Joel Coen, True Grit) haben mit ihrer Mischung aus Neo-Western und packendem Thriller ein filmisches Meisterwerk geschaffen. Die Geschichte von Vietnamveteran Moss (Josh Brolin, Sicario), der durch Zufall in ein Blutbad gerät und in die kriminelle Welt der Drogendealer hineingezogen wird ist mehrfach preisgekrönt und wurde sowohl von der Kritik als auch vom breiten Publikum gefeiert. Moss‘ Geschichte fängt an, als er unweit des Schauplatzes eines Blutbades einen Koffer findet, in dem sich zwei Millionen Dollar in Scheinen befinden. Er nimmt den Koffer mit – und gerät damit ins Visier von Profikiller Chigurh (Javier Bardem), der seine Spur aufnimmt und eine Spur aus Leichen hinterlässt. Moss bekommt jedoch unverhofft Hilfe von Sheriff Ed Tom Bell (Tommy Lee Jones, Space Cowboys), der es mit Chigurh und den Machenschaften, die er betreibt, aufnehmen will. Doch der Sheriff hat nicht mit so viel Kaltblütigkeit und Unmenschlichkeit gerechnet. Das Land, in dem die drei Männer leben, bietet keinen Platz für Menschlichkeit, Gnade oder Vergebung.

Mit so viel charakterzeichnerischem Geschick, so viel Liebe zum Detail, einer tiefehrlichen Prämisse und einer grandiosen Inszenierung haben es die Coen-Brüder mal wieder geschafft, alles richtig zu machen, was ein Film richtig zu machen hat. Blutig, grausam, aufregend – der Coen-Stempel auf einem Film ist ein Gütesiegel mit dem Prädikat Sehenswert.

 

2009 – SLUMDOG MILLIONÄR

Danny Boyles subtil-sensibles Jugenddrama schafft es mit wenigen Bildern und in großartig filmisch gehaltenen Sequenzen das Leben in indischen Slums und das Kastensystem besser zu porträtieren als sämtliche Menschenrechtskampagnen davor und danach. Slumdog Millionär schlug ein wie eine Bombe und berührte Zuschauer weltweit mit der Geschichte eines einzigen Fernsehspiels, in dem ein Junge es schaffen könnte, den fürchterlichen Gesellschaftskonventionen und erdrückenden Regeln seiner Kultur zu entgehen: Jamal Malik sitzt bei der indischen Version von Wer wird Millionär und hat nur noch eine Frage zu beantworten, bevor er mit dem Hauptgewinn (20 Millionen Rupien!) nach hause gehen kann. Doch seine Lebensgeschichte, erzählt in Rückblenden aus verschiedenen Etappen seiner Kindheit und Jugend, zeigt, dass Jamal nicht des Geldes wegen in dieser Show sitzt – sie ist seine einzige Chance, seine wahre Liebe Latika (Freida Pinto, Planet der Affen: Prevolution) wiederzufinden, die er in der Millionenmetropole Mumbai tragischerweise aus den Augen verloren hat. Dass Danny Boyle ein grandioser Geschichtenerzähler und Bebilderer authentischer Erzählungen ist, bewies er schon mit Trainspotting (1996), der Neueinleitung der Zombiefilm-Ära 28 Days later (2002) und erst letztes Jahr mit dem Apple-Erfinder-Biopic Steve Jobs. Slumdog Millionär hat seine Auszeichnungen mehr als verdient und ist ein Film, den man gesehen haben muss, um zu verstehen, was Liebe, Freundschaft und leben bedeuten.

 

2010 – TÖDLICHES KOMMANDO – THE HURT LOCKER

Regisseurin Kathryn Bigelow (Zero Dark Thirty) trifft mit ihrem nervenzerfetzenden, beunruhigenden und meisterlich inszenierten Film genau den Zeitgeist: Raufende, vor Arroganz und Macht strotzende Männer, die unter den für den Menschen widrigsten Umständen mit Angst, Verlust und Verzweiflung konfrontiert sind: Anthony Mackie (Return of the First Avenger) und Brian Geraghty (Unbekannter Anrufer) spielen die beiden Bombenentschärfer einer US-Eliteeinheit im Irak, JT Sanborn und Owen Eldridge, die einen neuen Vorgesetzten namens William James (Jeremy Renner, Das Bourne Vermächtnis) bekommen, als ihr hochverehrter, von allen bewunderter Staff Sergeant (Guy Pearce, Memento) bei einer Entschärfung in die Luft gejagt wird. Doch neben den alltäglichen Sorgen und Ängsten im Kriegseinsatz kommt nun auch der unerschütterliche Ehrgeiz ihres neuen Vorgesetzten hinzu, der ein Adrenalinjunkie ist und gefährliche Situationen geradezu sucht und brenzlige Zwischenfälle herausfordert. Während nun routinemäßig Drähte abgeklemmt, Funksprüche gebrüllt und mit Sturmgewehren herumgeballert wird, wird der Teamgeist und Zusammenhalt in JTs und Owens Einheit auf eine gefährliche Probe gestellt: Einzelgänger James ist zwar der absolute Joker, was die Entschärfungen und Strategien angeht – doch mit seiner selbstgefälligen, jugendlich-leichtsinnigen Art, setzt er zu viel aufs Spiel, als dass seine Untergebenen nicht gegen ihn einschreiten würden…

Für ihre wertefreie Inszenierung des zwischenmenschlichen Kriegsdramas wurde Regisseurin Bigelow mit dem Regieoscar ausgezeichnet – dieser Prämierung folgten etliche weitere, neben Bester Film auch Bestes Originaldrehbuch, Bester Schnitt, Bester Ton und weitere.

 

2011 – THE KING’S SPEECH

Albert (Colin Firth, Gambit) ist der zweite Sohn des Königs von England. Sein Leben hat er unter Beobachtung der Öffentlichkeit verbracht; er ist ein gesitteter, ehrbarer, liebenswerter Mann. Doch Albert hat mit einem großen Problem zu kämpfen: Seit seiner Kindheit stottert er. Jeder Auftritt vor dem Volk, jede Ansprache seinerseits, wird von seinem Manko zu einem totalen Fiasko gemacht. Unzählige Male ist er schon gescheitert und für ihn ist klar: Er will sich zurückziehen und ein Leben abseits des medialen Rummels um die royale Familie verbringen. Doch davon will seine intelligente Frau Elizabeth (Helena Bonham Carter, Fight Club) nichts wissen – sie bringt ihn dazu, einen gewissen Lionel Logue (Geoffrey Rush, Fluch der Karibik) aufzusuchen, einen schrulligen, aber höchst sympathischen Sprachtherapeuten, der Albert „Bertie“ mit seinem ruppigen Tonfall abschreckt. Bertie will von der Sprachtherapie nichts wissen und zieht sich wieder zurück. Als sein Vater, King George V. (Michael Gambon) stirbt, überschlagen sich die Ereignisse: Alberts Bruder Edward VIII. (Guy Pearce, Memento) liebt eine geschiedene Amerikanerin und verzichtet ihr zuliebe auf den Thron – Albert rückt in der Thronfolge nach oben und wird der neue König von England. Außerdem befindet sich England in politischen Umbrüchen – Deutschland hat der Welt den Krieg erklärt, das NS-Regime ist auf dem Vormarsch. Wie soll Bertie nur seinem Volk Mut und Hoffnung geben, wenn er keinen Satz fehlerfrei herausbringt? Lionel Logue weiß wie – und mit seiner temperamentvollen, unerschütterlichen Art gewinnt er Bertie für sich und eine tiefe, wunderbare Freundschaft entsteht, von der Albert mehr profitiert, als er jemals zu glauben wagte.

Mit diesem einfühlsamen, filmisch hochambitioniertem Porträt von König George VI. (Albert), dem Vater der heutigen Queen Elizabeth II. gelang Tom Hoooper (The Danish Girl) ein wahres Meisterstück. Colin Firth und Geoffrey Rush spielen sich gegenseitig an die Wand, Tausendsassa Helena Bonham Carter weiß ihre Charakterdarstellung subtil und doch präsent in Szene zu setzen und insgesamt ist The King’s Speech ein stimmiges Gesamtwerk, das Menschlichkeit, Mitgefühl und Hoffnung vermittelt. Zu Recht für 12 Oscars nominiert, gewann der Film vier davon – Hauptdarsteller Colin Firth wurde insgesamt mit 18 Filmpreisen weltweit geehrt.

2012 – THE ARTIST

Im Jahr 2011 einen in schwarz-weiß gehaltenen (Beinahe)-Stummfilm auf die Kinoleinwand zu bringen, bedarf Mut und Selbstvertrauen. Doch genau das will Michael Hazanavicius (Männer und die Frauen) in seiner brillanten Hommage an das frühe Hollywood vermitteln. Komisch-tragisch und sensibel, aber dennoch dramatisch erzählt Hazanavicius die Geschichte des gefeierten Stummfilmstars George Valentin (Jean Dujardin, Monuments Men) im Hollywood des Jahres 1927: Der Schauspieler trifft auf einer Party die schöne, alle für sich einnehmende Peppy Miller (Bérénice Bejo, 137 Karat), der er zu einer Statistenrolle verhilft, weil er ihr Potenzial erkennt. Als er sie Jahre später wieder trifft, haben sich die Leben der beiden gravierend geändert. Die Tonfilmära wurde eingeleitet und George ist auf den Zug nicht aufgesprungen, wie viele andere, die dachten, Tonfilm sei eine Phase, eine Laune von Technik und Geldgebern. Weit gefehlt. Peppy dagegen ist das aufstrebende Licht, der aufgehende Stern am Filmhimmel – sie wird zu dem Star, der George immer war, und der er nun nicht mehr sein kann. Er überwirft sich mit seinem Produzenten (John Goodman, Argo) und versucht sich an einem eigens produzierten Stummfilm, welcher völlig floppt. Fast in den finanziellen Ruin getrieben, verdrängt aus dem Scheinwerferlicht und mit sich selbst schon lange nicht mehr im Reinen, beginnt für Georgen eine Gefühlstortur, denn obwohl er nur noch einen Ausweg zu sehen scheint, wollen andere ihm begreiflich machen, dass es um so viel mehr im Leben geht, dass es sich für so viel mehr zu leben lohnt.

Im heutigen Umschwung von linearem zu a-linearem Fernsehen, Virtual Reality, 360-Videos, 3D-Blockbustern und all den Neuerungen scheint The Artist noch an Bedeutung zu gewinnen. Der meisterhaft gefilmte Schwarz-Weiß-Film der fast gänzlich ohne Dialoge auskommt wird mit einem wunderschönen Score unterlegt zu einem Meisterwerk und erzählt in großen Bildern und noch größeren Emotionen vom Umschwung in den frühen Dreißigern, als der Tonfilm das Stummfilmkino vollkommen ablöste und ein anderes Weltbild schuf.

2013 – ARGO

CIA-Agent Tony Mendez (Ben Affleck, Pearl Harbor, Good Will Hunting) wird vor die Herausforderung seines Lebens gestellt. 1979 befindet sich die iranische Revolution auf dem Höhepunkt. Um die Herausgabe des in die USA geflohenen Schahs zu erzwingen, stürmt am 4. November eine aufgebrachte Menge die US-Botschaft und nimmt 52 amerikanische Bürger als Geiseln. Zwar gelingt dabei sechs Amerikanern unbemerkt die Flucht in die Residenz des kanadischen Botschafters – doch dies stellt die US-Behörden in der stark anti-amerikanisch aufgeladenen Atmosphäre vor weitere große Probleme, wie sie die Untergetauchten unbeschadet außer Landes bringen können. Tony Mendez, ein Geheimdienstoffizier der CIA, wird darauf angesetzt, die Entkommenen zu retten. Er fasst den wagemutigen Plan, die sechs Flüchtlinge als Mitglieder einer kanadischen Filmcrew zu tarnen, die in Teheran angeblich nach Drehorten für den imaginären Fantasy-Film Argo“ suchen. Damit die iranischen Behörden die Filmproduktion nicht als Fake entlarven können, bittet Tony Mendez die beiden Hollywood-Altgedienten John Chambers (John Goodman, The Big Lebowski) und Lester Siegel (Alan Arkin, Marley & Ich) um Unterstützung. Dann beginnt das große Zittern, ob es mit Hilfe dieser Story gelingt, die Flüchtigen außer Landes zu bringen, oder ob in letzter Sekunde alles auffliegt…

Ben Afflecks dritte Regiearbeit zeigt die spektakuläre Rettungsaktion namens „Canadien Caper“ aus dem Jahr 1979. Diese Mission wurde jahrzehntelang von der CIA geheim gehalten, und für den Film wurde nur wenig von den wahren Geschehnissen der Dramaturgie wegen geändert. Das oscarprämierte Drehbuch von Chris Terrio basiert auf den Aufzeichnungen des US-Geheimdienstlers Antonio J. Mendez, der die Rettungsmission leitete. Aus diesem Stoff schuf Affleck einen packenden Polit-Thriller, der zugleich Hollywood-Hommage, als auch fesselnde Thrillerelemente verarbeitet, dabei fast augenzwinkernd Humor einfließen lässt und ein Menschenleben als das höchste Gut, was wir besitzen bewertet. Argo erhielt drei Oscars und bescherte Ben Affleck einen Produzentenoscar für den Besten Film.

2014 – 12 YEARS A SLAVE

Wenn Regisseur Steve McQueen, bekannt für die kaum ertragbaren, weil so schonungslosen Filme Hunger und Shame, sich dazu entschließt Solomon Northups Geschichte seiner 12jährigen Sklavengefangenschaft zu verfilmen, dann weiß man als Zuschauer: Das wird harter Tobak. Chiwetel Ejiofor (2012) mimt den intelligenten, afroamerikanischen Geigenspieler, der 1841 als freier Mann mit seiner Familie in New York lebt. Von zwei Männern erhält er ein lukratives Angebot für einen Auftritt vor Publikum. Northup sagt zu und reist mit den Unbekannten nach Washington D.C. Doch dort beginnt die schlimmste Tortur seines Lebens – er wird unter Drogen gesetzt und als er erwacht, ist er in Ketten. Solomon weiß, was das bedeutet und er weiß, es gibt kein Entkommen: Der Violinist wird in die Sklaverei verkauft und mit einer Fähre nach New Orleans gebracht. Dort kauft ihn der Plantagenbesitzer William Ford (Benedict Cumberbatch, Amazing Grace). Als es zu Streitigkeiten mit dem Aufseher John Tibeats (Paul Dano, Little Miss Sunshine) kommt, wird Solomon zu Sklaventreiber Edwin Epps (Michael Fassbender, X-Men: Erste Entscheidung) abgeschoben. Der behandelt seine Sklaven äußerst grausam. Vor allem die junge Patsey (Lupita Nyong’o erhielt für ihre Performance den Oscar als Beste Nebendarstellerin) ist das Ziel seiner Angriffe. Um zu überleben muss sich Solomon anpassen. Jahr um Jahr verbringt er auf der Plantage und arbeitet hart. Dabei erlebt er immer wieder, wie Sklaven bei ihren Fluchtversuchen getötet werden und kann trotzdem an nichts Anderes denken – das Einzige, was er will, ist zu seiner Familie zurückzukehren. Und dafür riskiert er alles!

Steve McQueens ungeschönte Erzählung der Versklavung eines freien Intelektuellen, der den menschlichen Abgründen der weißen Großindustriellen begegnet, ist zugleich Biopic und beispielhaftes Lehrbild: McQueen lehrt, wie man Filme dreht, lehrt, wie klassisches Erzählen funktioniert und er lehrt, wie grausam und im Grunde steinzeitlich der Mensch noch immer geblieben ist. Ohne Gnade, ohne Fairness, ohne Menschlichkeit. Ein Sinnbild für Millionen andere solcher Geschichten, und obwohl so brillant in Szene gesetzt, kaum am Stück zu ertragen.

2015 – BIRDMAN, ODER (DIE UNVERHOFFTE MACHT DER AHNUNGSLOSIGKEIT)

Riggan Thompson (Michael Keaton, Batman) ist aller Welt besser bekannt als Birdman“. Den gefiederten Comic-Superhelden verkörperte er am Höhepunkt seiner Schauspielkarriere in drei sehr erfolgreichen Filmen. Nachdem er einen vierten Teil ablehnt hatte, verlief sein Erfolg im Sand. Jetzt will er am Theater nochmal groß durchstarten. Sein bester Freund Jake (Zach Galifianakis, Hangover) produziert das Stück „What We Talk About When We Talk About Love“, bei dem Thompson als Regisseur und Hauptdarsteller agiert. Auch privat steht der Ex-Star auf dünnem Eis. Seine labile Tochter Sam (Emma Stone, The Amazing Spider-Man) kommt gerade frisch aus der Entzugsklinik und soll jetzt als Produktionsassistentin bei Thompsons Stück wieder auf die Füße kommen. Kurz vor der Premiere dann der Supergau: Ein wichtiger Nebendarsteller verletzt sich schwer und muss dringend ersetzt werden. Kurzfristig kann Thompson durch den Einsatz von Cast-Mitglied Lesley (Naomi Watts, Ring)  Broadway-Liebling Mike Shiner (Edward Norton) für die Rolle gewinnen. Während der letzten Proben häufen sich die Probleme. Shiner entpuppt sich als dominanter Exzentriker, die äußerst einflussreiche Theaterkritikerin der Times, Tabitha Dickinson (Lindsay Duncan, Alice im Wunderland), droht mit einem Verriss und dem nervlich eh schon stark angeschlagenen Thompson wird von seiner Freundin Laura (Andrea Riseborough, Shadow Dancer) eröffnet, dass sie wahrscheinlich von ihm schwanger ist. Zudem plagen ihn immer häufiger wirre Visionen seines Alter Ego Birdman. Doch was ist real und was nur Illusion?

Alejandro González Iñárritus (The Revenant) Birdman ist Satire und Drama in einem; gefilmt als „One-Take-Movie„, also ohne (erkennbaren) Schnitt, wird einem am laufenden Band Unterhaltung geboten. Mit einem Feuerwerk an spritzigen Dialogen, erhabener Inszenierung und einem brillanten Schauspielerensemble, allen voran „BatmanMichael Keaton, der für seine Darstellung den Oscar redlich verdient hätte, ist Birdman ein fulminantes Meisterwerk, das man nicht nur einmal sehen sollte.

2016 – SPOTLIGHT

Ausgezeichnet mit dem Oscar für den Besten Film 2016 erzählt Spotlight die Geschichte der mit dem Pulitzerpreis geehrten Aufdeckungsjournalisten des Boston Globe. Dargestellt von Mark Ruffalo, Rachel McAdams (Wie ein einziger Tag), Michael Keaton und Liev Schreiber (Salt) recherchieren die Journalisten fieberhaft in alten Gerichtsarchiven und an der Haustür Betroffener; denn es geht um die Aufdeckung eines gigantischen Skandals, bei dem hohe Geistliche und Würdenträger jahrelangen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche systematisch verschwiegen und unter den Teppich gekehrt haben. Um den Betroffenen, vor allem den zahlreichen, an psychischen Leiden erkrankten Opfern zu helfen, arbeiten die Journalisten Tag und Nacht pausenlos an der Aufdeckung eines der größten Skandale der römisch-katholischen Geschichte. Dabei müssen sie lernen, dass der Fehler nicht bei einzelnen Personen zu finden ist, sondern am großen System selbst. Und gegen die Kirche Krieg zu führen, und sei es nur einer auf Papier, bedeutet mit allen Mitteln zu kämpfen.

Spotlight – seit 23. Juni im maxdome-Store!

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