Was haben viele bekannte Regisseure wie George Miller, Sam Mendes, David Fincher oder Darren Aronofsky gemeinsam? Natürlich, dass ihre Filme viele Zuschauer ins Kino locken und auch die Kritiker zumeist überzeugen können. Doch eine weitere Eigenheit ist ihnen gemein: Dass ihre Debütfilme, also ihre Erstlingswerke im Kino, ganz außergewöhnliche Kunstwerke waren.

Oft ist es in der Filmbranche so, dass der Debütfilm über die spätere Karriere eines Regisseurs entscheidet; so auch Mendes, Fincher, Aronofsky & Co. Doch auch andere, noch nicht ganz so berühmte Regisseure, haben den Grundstein für ihre Filmkarriere gelegt, indem sie überzeugende Debütwerke vorlegten. maxdome präsentiert eine Auswahl von 18 herausragenden Debütfilmen, deren Regisseure entweder schon Kult geworden sind, oder von denen wir uns noch viel erwarten.

 

Matthias Schweighöfers What a Man (2011)

Matthias Schweighöfer kam als Sohn zweier Schauspieler früh in Kontakt mit der Bühne und dem Showgeschäft. Mit viel Theatererfahrung stand er bereits als Jugendlicher für Fernsehproduktionen vor der Kamera und spielte vom Tatort über den Polizeiruf bis hin zu Märchenfilmen viele verschiedene, vielseitige Rollen. Mit seiner humorvollen Art wurde Schweighöfer schnell zum Sympathieträger, spätestens nachdem ihn Til Schweiger für seine Liebeskomödien Keinohrhasen und Zweiohrküken engagierte. Durch den Tausendsassa Schweiger kam Schweighöfer auf die Idee, selbst Filme zu inszenieren und schrieb 2010 als Koautor das Drehbuch zur Komödie What a Man. Dieser Film war sein Debüt als Regisseur, in welchem er sich selbst als Hauptfigur Alex inszenierte. An seiner Seite spielten Elyas M’Barek und Game-of-Thrones-Star Sibel Kekilli. Nach dem Erfolg dieses Kinofilms blieb Schweighöfer seinem Autor-Hauptdarsteller-Regisseur-Konzept treu und brachte nacheinander die erfolgreichen Komödien Schlussmacher, Vaterfreuden und Der Nanny ins Kino.
Schweighöfer ist mittlerweile ein Garant für erfolgreiches deutsches Kino. Filmkritiker warfen ihm vor, den leichtesten Weg des Showbusiness zu gehen, und sich vor ernsthaften Rollen, die er wirklich beherrschen könnte, zu drücken.

 

Drew Goddards The Cabin in the Woods (2012)

Drew Goddard fasste als Serienautor Fuß im Film- und Fernsehgeschäft. 2002 verfasste er als Drehbuchautor mehrere Folgen für die Kultserie Buffy – Im Bann der Dämonen, wo er Joss Whedon kennenlernte.
Mit ihm zusammen kreierte er wenig später das Spin-Off Angel – Jäger der Finsternis, bei dem er außerdem als ausführender Story Editor fungierte.
Mit J.J. Abrams schrieb Goddard dann das Drehbuch zu Cloverfield (2008), einem Found-Footage-Monsterfilm, der mit geringem Budget ein Millionenpublikum erreichte.
Nach diesem Erfolg war Goddard für die Kultserie Lost  als Produzent und Autor tätig.
Mit seinen Freunden Abrams und Whedon blieb er stets in Kontakt und 2012 schrieb er zusammen mit Joss Whedon das Drehbuch zu einem Horrorpersiflage namens The Cabin in the Woods. Damit gab er dann auch sein Regiedebüt und bewies Gespür für den richtigen Stoff, das richtige Zielpublikum und den richtigen Cast. Zur Geschichte: fünf Jugendliche werden von einer seltsamen Organisation in eine Waldhütte gelockt und dort gefräßigen Zombies zum Fraß vorgeworfen.
Nach diesem beeindruckenden Kinodebüt blieb Goddard seiner Autorenrolle treu und wurde jüngst sogar für den Oscar in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch nominiert (für Der Marsianer).

 

Steve McQueens Hunger (2008)

Der britische Künstler und Filmemacher Steve McQueen begann seine Karriere als Fotograf und Monumentalkünstler. 1999 erhielt er Preise für seine Kunstwerke und Fotografien und veröffentlichte erste Filme, die allesamt in Schwarzweiß gedreht wurden und sehr experimentell waren.
McQueen erlangte zudem große Aufmerksamkeit mit seiner beeindruckenden Kriegsfotografie. Diese führte ihn sogar in den Irak führte, für die Bilder wurde er 2003 zum Kriegskünstler des Imperial War Museum London. Seine Erfahrungen mit Soldaten, Gefangenen und Verletzten nutzte McQueen, um das Drehbuch zu seinem Debütfilm Hunger zu verfassen. Dort zeigt er die letzten Wochen eines IRA-Mitglieds (Michael Fassbender) im Gefängnis, der in einen Hungerstreik tritt und diesem schließlich erliegt. Der Film schildert das Gefühlsleben und das grausame Ende des Hungernden akribisch und mit kompromissloser Intensität.
Der Film brachte nicht nur seinem Hauptdarsteller Anerkennung und Kritikerlob, sondern auch McQueen selbst, der nur drei Jahre später ein weiteres intensives Drama mit Michael Fassbender in der Rolle eines Sexsüchtigen inszenierte. Auch Shame wurde als herausragender Film anerkannt und ebnete den Weg für McQueens bisher erfolgreichsten Film, das Drama 12 Years a Slave. Auf der Autobiografie des in die Sklaverei verschleppten Violinisten Solomon Northup basierend, wurde der Film 2013 mit dem Oscar für den Besten Film ausgezeichnet. Außerdem brachte er der kongolesischen Newcomerin Lupita Nyong‘o den Oscar für die Beste Nebendarstellerin ein und wurde weitere sieben Mal nominiert.

 

Ryan Cooglers Nächster Halt: Fruitvale Station (2013)

Ryan Coogler ist ein junger, US-amerikanischer Filmemacher, der bereits während seiner Unizeit mit preisgekrönten Kurzfilmen für Furore sorgte.
Der afroamerikanische Jungregisseur beschäftigt sich mit den inneren Konflikten ambivalenter Figuren und erzählt mit einfachen handwerklichen Mitteln ganze Lebensgeschichten in kürzester Zeit.
2013 legte er seinen Debütfilm vor, der auf dem Sundance Film Festival ausgezeichnet wurde und auch in Cannes lief – eine Ehre für einen so jungen Filmemacher. Nächster Halt: Fruitvale Station erzählt vom letzten Tag des Afroamerikaners Oscar Grant, der am 1. Januar 2009 in einer U-Bahn-Station ein Opfer von Polizeigewalt wurde. Coogler besetzte den noch unbekannten Michael B. Jordan in der Hauptrolle, der mit seiner außergewöhnlichen Darstellung sehr viel positive Resonanz erzeugte. Coogler und Jordan arbeiteten für Cooglers zweiten Film ebenfalls zusammen. In Creed – Rocky’s Legacy schlüpft Jordan in die Rolle des Schützlings von Boxlegende Rocky. 2018 soll Coogler die Regie bei einem heiß ersehnten Marvel-Abenteuer übernehmen: Black Panther ist der Titel des Spin-Offs über die gleichnamige Figur, die bereits in The First Avenger: Civil War eingeführt wurde und von Chadwick Boseman gespielt wird.

 

David Finchers Alien(1992)

Nach dem sensationellen Erfolg von Ridley Scotts Alien mit Sigourney Weaver als hartgesottene Actionheldin, die es mit einem schleimigen Außerirdischen auf ihrem Raumschiff aufnimmt und dem ebenso erfolgreichen Sequel Alien – Die Rückkehr von Titanic-Regisseur James Cameron dauerte es nicht lange, bis auch der dritte Teil der Alien-Reihe in den Startlöchern stand.
Für die Verfilmung dieses Sequels wurde ein Regisseur verpflichtet, der sich in den USA vor allem mit herausragenden Musikvideos und Werbefilmen einen Namen gemacht hatte: Der als Ausnahmetalent geltende David Fincher.
Der Perfektionist, der für sein außergewöhnliches visuelles Gespür bekannt ist, nahm sich der Alien-Reihe an und inszenierte ein weiteres Abenteuer von Ellen Ripley. Diese strandet diesmal auf dem Gefängnisplaneten Fiorina 138 und findet sich allein unter Mördern und Vergewaltigern wieder. Doch ein alter Bekannter tummelt sich auf ihrem zerstörten Raumschiff: Das tödliche Alien. Erneut nimmt Ripley den blutigen Kampf auf, unwissend, welch schreckliche Erkenntnis sie schon bald machen wird. Für Fincher war der Dreh seines Debütfilms ebenfalls ein Albtraum, da sich das Drehbuch noch in der Entwicklung befand, als die Produzenten von Fox ihn bereits mit dem Dreh beauftragten. Und zu guter Letzt wurde der Film dann auch von den Produzenten gegen seinen Willen umgeschnitten. Für Alien-Fans gehört dennoch auch Teil 3 zu den Must-Sees und wer andere David Fincher-Filme wie Sieben, The Social Network oder Der seltsame Fall des Benjamin Button gesehen hat, der weiß, mit wie viel Können der US-Amerikaner arbeitet.

 

James Wans Saw (2004)

James Wan ist ein Name, der untrennbar mit dem Horrorgenre in Verbindung gebracht wird. Der australisch-chinesische Filmemacher ist ein akribischer Handwerker, der mit einfachen Kniffen Atmosphäre und erzählerische Dichte schafft.
Sein Haunted-House-Horror Conjuring – Die Heimsuchung gehört zu den furchteinflössendsten Horrorfilmen der heutigen Zeit und auch Filme wie Insidious 1 & 2, Dead Silence oder Death Sentence sind Paradebeispiele für gut gemachten Grusel.
Doch James Wans Erfolgsbilanz ist vor allem einer Filmreihe zu verdanken, die bis heute in einem Atemzug mit Freddy Krueger, Jason Vorhees und Michael Myers genannt wird: Saw. Dass der erste Teil der mittlerweile achtteiligen Torture-Porn-Reihe James Wans Langfilmdebüt war, weiß jedoch kaum ein Fan.
Um Investoren und Interessenten zu finden, drehte Wan einen Kurzfilm mit dem gleichen Titel, in dem die einfache Prämisse bereits klar gestellt wird: Ein Mann mit dem Pseudonym Jigsaw lässt Menschen in einem perfiden Spiel gegeneinander oder gegen die Zeit antreten, damit sie für ihre Sünden büßen. Spielmacher ist die inzwischen zur Kultfigur avancierte Clownspuppe auf einem Dreirad, Billy the Puppet, die mit grausam kalter Stimme Spielregeln und Countdown verkündet.
Mittlerweile ist James Wan auch außerhalb des Horrorgenres zu Hause (wie er mit Fast & Furious 7 bewies) und auch als Produzent sehr erfolgreich (Annabelle, Lights Out). Ein dritter Teil der Conjuring-Reihe ist jedoch ebenso in Arbeit – so ganz wird der Horrorfan seinem Lieblingsgenre bestimmt nie den Rücken kehren.

 

Matthew Vaughn’s Layer Cake (2004)

Der gebürtige Londoner Matthew Vaughn ging nach einigen Arbeiten als Regieassistent und einem Geschichts- und Anthropologiestudium in England nach Los Angeles, um seiner Leidenschaft als Filmemacher nachzugehen.
Zusammen mit Landsmann Guy Ritchie gründete er zunächst eine Produktionsfirma, mit der sie Ritchies erste Filme produzierten (zum Beispiel Bube, Dame, König, grAs, Snatch oder Swept Away).
2003 verwirklichte Vaughn dann sein Regiedebüt Layer Cake. Der Gangster-Thriller basiert auf einem Roman von J.J. Connolly und zeigt die britische Unterwelt mit einem nicht namentlich genannten Drogenhändler als Protagonisten. Diesen verkörpert der jetzige James Bond Daniel Craig – es war seine erste Hauptrolle.
Der Thriller spielt mit verschiedenen Handlungssträngen und wurde aufgrund seiner präzisen Machart und des britischen Styles zum Kritikerliebling und in Großbritannien ein großer Erfolg.
Matthew Vaughn gilt als ausgezeichneter filmischer Handwerker, der nach Layer Cake den Regieposten für den nächsten X-Men (X-Men: Der letzte Widerstand) angeboten bekam. Er konzentrierte sich jedoch auf sein eigenes Drehbuch, Der Sternwanderer (nach dem Roman von Neil Gaiman). Der Fantasyfilm wurde ein überraschender kommerzieller Erfolg. Nach diesem Film drehte Vaughn schließlich doch einen X-Men (First Class), die Comicverfilmung Kick-Ass und schließlich den Überraschungserfolg Kingsman: The Secret Service, der 2017 eine Fortsetzung bekommt.
Matthew Vaughn ist seit über fünfzehn Jahren mit dem deutschen Supermodel Claudia Schiffer verheiratet.

 

David F. Sandberg’s Lights Out (2016)

Der schwedische Filmemacher David F. Sandberg machte sich unter dem Pseudonym „ponysmasher“ einen Namen als Horrorregisseur auf YouTube. Sein Kurzfilm-Schocker Lights Out (2013) erregte großes Aufsehen und war für ihn die Eintrittskarte nach Hollywood.
Sein Debüt als Kinoregisseur gab er 2016 mit der Langfilmversion von Lights Out, mit Teresa Palmer und Maria Bello in den Hauptrollen. Der atmosphärische Horrorfilm lockte viele Zuschauer ins Kino und versprach dank einer unheimlichen Prämisse und handwerklich gut gemachten Schockmomenten kurzweiligen Filmhorror. Dank des Erfolges des Films wurde Sandberg 2016 als Regisseur des Annabelle-Sequels verpflichtet, das zu den Ursprüngen der bösen Puppe aus Conjuring – Die Heimsuchung zurückkehren wird. Auch ein Lights-Out-Sequel ist in Planung, zu dem Sandberg erneut das Drehbuch schreiben und auf dem Regiestuhl Platz nehmen soll.
Auch Teil 2 soll wieder die Geschichte eines dämonischen Wesens erzählen, das im Zwielicht lauert und seine Opfer aus der Dunkelheit heraus attackiert.

 

Neill Blomkamps District 9 (2009)

Neill Blomkamp ist ein kanadischer Filmemacher südafrikanischer Herkunft, der in Vancouver an der Filmhochschule studierte und bereits während seines Studiums mit gut gemachten Kurzfilmen auf sich aufmerksam machte.
Einer dieser Kurzfilme hatte den Titel Alive in Joburg und schildert im Stil einer Reportage das Leben der Einwohner von Johannesburg, die sich mit einer auf die Erde geflüchteten Alienrasse auseinandersetzen muss.
Mit einer Kurzfilmtrilogie, die im Videospiel-Universum von Halo spielt, machte Blomkamp international von sich reden. Daraufhin wurde ihm die Regie bei einer Realverfilmung des Videospiels angeboten, was jedoch nicht zustande kam, da die Kosten exorbitant gewesen wären.
Der ausführende Produzent des Projekts war Peter Jackson, der Blomkamps Talent erkannte und ihm daher anbot, aus Alive in Joburg einen Langfilm mit dem Titel District 9 zu machen.
Also wurde Blomkamps dokumentarisch anmutender Alien-Kurzfilm zu einem Kinospielfilm in ähnlichem Stil.  Blomkamp besetzte Sharlto Copley, einen ungelernten Schauspieler aus Südafrika als Hauptfigur Wikus, der in Johannesburg mit den eingebürgerten Aliens in Kontakt kommt. Die Aliens werden wie Aussätzige behandelt und nur ihrer ausgereiften Technologie wegen geduldet. Wikus findet heraus, dass die Regierung geheime Experimente mit den Waffen und den Aliens selbst durchführt, um an das Geheimnis ihrer außergewöhnlichen technologischen Errungenschaften zu kommen. Dabei gerät Wikus schließlich selbst in den Fokus der Behörden und wird ebenso zum Ziel wie die Außerirdischen selbst.
District 9 wurde 2009 für 4 Oscars nominiert und wegen seines handwerklichen Stils und der Thematisierung von Rassismus, Ausgrenzung und Machtspielen auch für den Besten Film in Betracht gezogen.
Neben guten Kritiken und internationaler medialer Beachtung war Neill Blomkamps Debütfilm auch ein Kassenerfolg; den Produktionskosten von etwa 30 Millionen Dollar stand ein weltweites Einspielergebnis von über 210 Millionen Dollar gegenüber.

 

Damien Chazelles Whiplash (2014)

Ein weiteres Regie-Wunderkind ist der 1985 geborene Damien Chazelle aus Rhode Island. Nachdem er als Drehbuchautor seine Karriere gestartet hatte, wollte Chazelle eigene Filme drehen und schrieb das Drehbuch zum Film Whiplash, das prompt auf Hollywoods Blacklist der besten unverfilmten Drehbücher landete. Mit einem Kurzfilm wollte Chazelle auf sich aufmerksam machen und konnte J.K. Simmons für eine der Hauptrollen gewinnen.
Der Kurzfilm gewann beim Sundance Film Festival und wurde 2014 zum Langfilm. Das Musikdrama zeigt den Werdegang eines jungen, talentierten und übereifrigen Schlagzeugers (Miles Teller) der unter die Fuchtel eines äußerst strengen, aber höchst leidenschaftlichen Lehrer (Simmons) gerät und dadurch an seine Grenzen kommt.
Das außergewöhnlich inszenierte und sehr gefühlvolle Drama ließ Damien Chazelle zum neuen Jungstar der Regieszene aufsteigen und gewann bei fünf Nominierungen für die Oscars 2015 drei; eine davon erhielt J.K. Simmons als Bester Nebendarsteller.
2017 machte Damien Chazelle erneut Furore, als sein extravagantes Filmmusical La La Land (mit Emma Stone und Ryan Gosling) für ganze 14 Oscars nominiert wurde. Bei der Oscarverleihung wurde La La Land dann sechsfach ausgezeichnet. Auch Damien Chazelle bekam den Oscar für die Beste Regie und ist mit 32 Jahren der jüngste Oscarpreisträger dieser Kategorie.

 

Sam Mendes‘ American Beauty (1999)

Sam Mendes hatte sich Ende der Neunziger einen Namen als Theaterregisseur gemacht und bekam 1999 den Auftrag, Alan Balls Drehbuch American Beauty zu verfilmen. Obwohl der Film starke Independent-Züge hat und das Schauspielensemble rund um Charakterdarsteller Kevin Spacey von Mendes sehr bühnenhaft inszeniert wurde, geriet der Spielfilm zum sensationellen Welterfolg; spätestens die Oscarverleihung 2000 zeigte das, bei der American Beauty von acht Nominierungen fünf in eine Goldstatuette umsetzen konnte (unter anderem Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller).
Das Sozialdrama wird post mortem von der Hauptfigur Lester Burnham (Spacey) erzählt, der sich eine Affäre mit der frühreifen Freundin seiner Tochter in den Kopf setzt und dafür seinen Job kündigt und zum rebellischen Jugendlichen wird, um sie für sich zu gewinnen.
Nach dem Erfolg von American Beauty galt Sam Mendes als Regie-Wunderkind und wurde nach einigen ebenfalls gut bewerteten Spielfilmen mit der Fortsetzung der Bond-Filme betraut. Die Neuauflage mit Daniel Craig als Titelfigur wurde durch Mendes‘ Inszenierung mit Skyfall (2012) und Spectre (2015) erweitert.

 

Florian Henckel von Donnersmarcks Das Leben der Anderen (2005)

Mit 26 Jahren wurde Florian Henckel von Donnersmarck, der einem alten deutschen Adelsgeschlecht entstammt, an der HFF München zum Filmstudium zugelassen. Der Regiestudent hatte zuvor in Brüssel, New York, Frankfurt und Sankt Petersburg gelebt und brachte viel Lebenserfahrung ins Filmstudium mit.
Seine Kurzfilme Dobermann (1998) und Der Templer (2002) fanden internationale Beachtung und bescherten dem deutschen Ausnahmetalent eine Teilnahme am Filmmasters Program in Hollywood. Vor dem Abschluss seines Studiums in München zog sich von Donnersmarck zurück, um an seinem Entwurf zum Kinodebüt Das Leben der Anderen zu arbeiten.
Der Kinospielfilm kam am 23. März 2006 in die deutschen Kinos und erzählt von der Kultur, der Kunstszene und verschiedenen Schicksalen in der DDR, indem er sich mit Versöhnung, Opfer-Täter-Konflikten und der Thematik auseinandersetzt, dass Kunst selbst in den schlimmsten Menschen das Beste hervorzubringen vermag.
Das herausragend recherchierte Drama wurde nicht nur mit dem Bayrischen, dem Deutschen und dem Europäischen Filmpreis geehrt, sondern auch gleich als Bester Fremdsprachiger Film bei den Oscars 2007 ausgezeichnet – was von Donnersmarcks Eintrittskarte nach Hollywood war.
Als ersten internationalen Spielfilm realisierte er The Tourist mit den Superstars Angelina Jolie und Johnny Depp in den Hauptrollen.
Dieses Jahr folgt der Film Werk ohne Autor, der demnächst in den Kinos anlaufen wird.

 

Zach Braffs Garden State (2004)

Der sympathische Amerikaner Zach Braff wurde als J.D. in der Comedyserie Scrubs weltbekannt. Der tollpatschige Protagonist der humorvollen Krankenhausserie hat in neun Staffeln verschiedene Beziehungen, reift vom naiven Assistentsarzt zum ernstzunehmenden Ausbilder und findet schließlich seine große Liebe.
Braff, der ein Filmstudium abschloss und bereits während des Studiums Drehbücher verfasste und Kurzfilme inszenierte, wollte die Rolle des J.D. erst gar nicht, da er Angst hatte, sich in einem Rollenklischee festzunageln und weil ihm Comedy nicht wirklich zusagte.
Doch die Drehbücher zu den ersten Folgen überzeugten ihn und während er eine zweimonatige Vorbereitungszeit überbrücken musste, verfasste er einen Entwurf zu seinem späteren Debütfilm Garden State.
Nach dem überwältigenden Erfolg der lustigen Krankenhausserie beschloss Braff seinen Entwurf filmisch umzusetzen und reichte das Drehbuch bei Jersey Films (der Produktionsfirma von Danny DeVito) ein, die es annahm und Zach Braff den Film inszenieren ließ.
Natalie Portman, Peter Sarsgaard und Ian Holm wurden als Schauspieler für den Film verpflichtet. Erzählt wird die nichtlineare Geschichte eines jungen Mannes, der für das Begräbnis seiner Mutter nach New Jersey (Spitzname „Garden State“) zurückkehrt und dort wider Erwarten die Liebe neu entdeckt.
Garden State wurde äußerst positiv aufgenommen und  zum Beispiel als „erstaunliches Filmdebüt“ (Focus) bezeichnet.

 

Dan Gilroys Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis (2014)

Dan Gilroys Familienname dürfte Filmfans ein Begriff sein; schließlich ist sein älterer Bruder Tony Gilroy als Autor der Bourne-Reihe und Regisseur des Nachfolge-Films Bourne Vermächtnis kein Unbekannter.
Auch Dan Gilroy machte sich bereits als Drehbuchautor einen Namen in der Branche und präsentierte 2014 seinen Debütfilm Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis. Der düstere Krimi-Thriller erzählt von Journalist Louis Bloom, der stets auf der Suche nach der neuen Sensation ist. Dafür nimmt er auch Gesetzesbrüche und kriminelle Aktivitäten in Kauf und verkommt immer mehr zu einem unmenschlichen Scheusal.
Dan Gilroys Debüt wurde sehr positiv aufgenommen und erhielt auch eine Oscarnominierung für das Beste Originaldrehbuch. Dass Jake Gyllenhaal keine Nominierung erhielt, galt als unverständlich und unfair – seine Leistung als schmieriger Journalist Bloom, der ohne jeden Skrupel agiert, wurde einstimmig als überragend anerkannt.

 

 

 

George Millers Mad Max (1978)

George Miller inszenierte 1979 den Auftakt zu einer fulminanten Filmreihe, die neue Maßstäbe setzte; sein Debütfilm Mad Max mit Superstar Mel Gibson in der Hauptrolle, war der erste Teil einer Endzeit-Trilogie und Millers Debütfilm. Er inszenierte den Film und seine drei Folgefilme nicht nur, sondern lieferte auch das Drehbuch zum grandiosen Actionspektakel.
Die Geschichte erzählt vom Polizisten Max (Mel Gibson), der im Australien der nahen Zukunft auf blutrünstige Motorradrocker, die sogenannten Outlaws, trifft. Als diese seine Familie ermorden, quittiert Max seinen Dienst und schwört blutigste Rache – er wird zur Kultfigur Mad Max.
Die indirekte Fortsetzung Mad Max: Fury Road mit Tom Hardy, die 2015 in den Kinos anlief, verbuchte ganze 16 Oscarnominierungen und überbot die Originalreihe nochmal um einiges an Action, außergewöhnlichen Fahrzeugen und einer spannungsgeladenen Verfolgungsjagd quer durch die Wüste mit einer fantastischen Charlize Theron als furchtlose, einarmige Imperatorin Furiosa.

 

 

 

 

Darren Aronofskys Pi (1998)

Aronofskys Debütfilm Pi erzählt von einem Mathematikgenie, dem es gelingt ein numerisches System fast zur Gänze zu entschlüsseln. Mit diesem würden nicht nur die Abläufe des Universums erklärbar sein, sondern auch Börsenbewegungen und Marktschwankungen kalkulierbar werden. Das bringt den Protagonisten natürlich ihn allerhöchste Gefahr.
Bereits für sein Debüt arbeitete der Brite Aronofsky mit Ausnahmekomponist Clint Mansell zusammen, der später auch für die hochgelobten Filme Requiem for a Dream und The Wrestler die Musik komponierte. 2010 erhielten die beiden Künstler große Medienresonanz und Aufmerksamkeit durch den Psychothriller Black Swan, der Hauptdarstellerin Natalie Portman den Oscar bescherte und Aronofsky eine Regie-Nominierung und die Nominierung für den Besten Film, Hollywoods größte Auszeichnung, einbrachte.

 

 

 

 

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